Riesiger Pickerl-Betrug in NÖ: Zufall im Ländle deckte alles auf
Die Pickerl sollen "am Reißbrett" ausgestellt worden sein.
Im Bezirk Bruck an der Leitha soll eine Werkstatt systematisch bei der § 57a-Kfz-Überprüfung geschummelt haben: 376 Fahrzeuge aus ganz Österreich erhielten zwischen 21. Mai und 25. November 2025 ein Pickerl – ohne dass die Autos jemals vom Mechaniker begutachtet wurden.
Betroffen waren unter anderem 229 Pkw aus Wien, 98 aus Niederösterreich, aber auch Autos aus Vorarlberg, Tirol, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und dem Burgenland. Einige Fahrzeuge waren bereits abgemeldet und für eine Wiederanmeldung gesperrt.
Schwindel ist durch Zufall aufgeflogen
Der Modus? Entweder der türkische Werkstattchef oder ein bisher unbekannter Dritter sollen die Plaketten einfach vergeben haben, ohne die Autos jemals zu sehen. Die Pickerl wurden offenbar „am Reißbrett“ ausgestellt.
Aufgeflogen ist der Schwindel durch einen Zufall: Eine Kfz-Überprüfung in Vorarlberg fiel den Behörden auf – offenbar wirkte es merkwürdig, dass ein Vorarlberger extra vom Bodensee bis in die Nähe des Neusiedler Sees für ein Pickerl fuhr. Die Abteilung Verkehrsrecht Vorarlberg, unterstützt von technischen Amtssachverständigen und der Polizei, deckte schließlich 376 „Nichtgutachten“ auf.
Der beschuldigte Mechaniker bestreitet dem Vernehmen nach die Vorwürfe: Ein Dritter habe seine Zugangsdaten „gestohlen“ und die Pickerl in seinem Namen ausgestellt – ob Schutzbehauptung oder Wahrheit, wird derzeit von den Behörden ermittelt.
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