"Leerstand ist kein Schicksal": Schmidatal startet Pionierprojekt

Leerstand Schmidatal
Das Schmidatal sagt dem Leerstand den Kampf an und entwickelt gemeinsam mit Leader ein Projekt, das auf Kommunikation und Bewusstseinswandel setzt.

Zusammenfassung

  • Leader-Pilotprojekt im Schmidatal will Leerstände und ungenutzte Bauflächen aktivieren, um Gemeinden lebenswerter zu machen.
  • Rund 12 Prozent der Wohngebäude und 162 Hektar erschlossenes Bauland stehen in der Region leer und bieten großes Potenzial.
  • Das Projekt setzt auf Bewusstseinswandel, Kommunikation und freiwillige Zusammenarbeit, um langfristig Ortskerne zu stärken.

Leerstehende Wohngebäude und ungenutzte Bauflächen in den Ortschaften der Region sollen aktiviert werden, um Gemeinden lebendiger und lebenswerter zu gestalten. Das ist das Ziel eines Leader-Pilotprojekts im Schmidatal (Bezirk Hollabrunn), mit dem eine Trendwende in der zukunftsorientierten Entwicklung der Gemeinden eingeleitet werden soll.

690 Wohngebäude stehen leer

Der Startschuss für das Projekt „Leerstandsmanagement Schmidatal Manhartsberg“ fiel bewusst in einem Leerstand in Hohenwarth, um die Gäste - etwa 70 - auf das Thema einzustimmen. Sie waren gespannt auf die ersten Analysen, die bereits Potenzial zeigen: In der Region stehen etwa 12 Prozent der Wohngebäude leer. Konkret sind das 690 Wohngebäude im Schmidatal, zu dem die Gemeinden Heldenberg, Hohenwarth/Mühlbach, Maissau, Ravelsbach, Sitzendorf und Ziersdorf zählen.

Leerstand Schmidatal

Die Bürgermeister der Schmidatal-Gemeinden mit der Kooperationsvereinbarung (v.l.): Franz Kloiber, Stefan Schröter, Daniela Hagenbüchl-Schabl, Auguste Lehner, Irmtraud Traxler und Florian Hinteregger.

Zusätzlich sind etwa 162 Hektar Bauland, das bereits erschlossen ist, noch unbebaut. "Dieses Ausmaß zeigt: Leerstand ist kein Randthema. Leerstand ist ein riesiges Potenzial. Und es ist unsere gemeinsame Verantwortung, mit unseren Flächen, Gebäuden und Ortskernen sorgsam und nachhaltig umzugehen", ist Florian Hinteregger, Bürgermeister von Sitzendorf und Obmann der Region Schmidatal, überzeugt.

Leerstandsprojekt leistet Pionierarbeit für Bezirk

Bezirkshauptmann Karl-Josef Weiss eröffnete die Kick-Off-Veranstaltung und unterstrich dabei die Bedeutung dieses Projekts: "Leerstand ist kein Schicksal." Es brauche Projekte wie dieses, die vorzeigen, wie Gemeinden gemeinsam neue Wege gehen und "damit anderen Regionen in Zukunft den Weg bereiten". Er bezeichnet das Projekt als Pionierarbeit, die von großem Wert für den gesamten Bezirk sei und mit allen Kräften zu unterstützen sei.

Kommunikation und Bewusstseinswandel

Lena Weitschacher leitet das Projekt und stellte die zentralen Arbeitspakete  vor: "Ein Schwerpunkt liegt auf Kommunikation und Bewusstseinswandel." Es soll über Leerstand informiert werden und Bewusstsein schaffen, welche negativen Auswirkungen Leerstand haben kann. Dazu passend gab es in den alten Gemäuern eine Ausstellung, die dies verdeutlichte. Denn nicht nur Eigentürmer, sondern auch die Allgemeinheit, das Ortsbild und die Lebensqualität sind betroffen.

Mit dem Leader-Projekt soll zudem Vertrauen aufgebaut werden, damit die Leute ins Gespräch kommen. Beratung soll ebenfalls stattfinden. "Unser Projekt setzt dabei bewusst auf Freiwilligkeit und Zusammenarbeit", so Weitschacher. Ziel ist, private und öffentliche Interessen sichtbar zu machen und so "gemeinsam neue Wege zur Reduktion von Leerstand zu entwickeln".

Langfristiger Prozess, der Gemeinden stärken soll

Bei diesem neuen Weg sollen Maßnahmen gesetzt werden, die private Entscheidungen respektieren und gleichzeitig die Ortschaften wieder lebendiger machen. 

Das Projekt sei keinesfalls ein Sprint, der Kick-Off sei der Start für einen Marathon: "Es ist ein langfristig angelegter Prozess, der mit Ausdauer und Konsequenz die Ortschaften im Landschaftspark Schmidatal Manhartsberg dauerhaft stärken soll", so Weitschacher.

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