Angst um Abteilungen: Wie es mit dem LK Mistelbach weiter geht
Das Podium beim Infoabend zum Gesundheitsplan 2040+ in Mistelbach war hochkarätig (v.l.): Mistelbachs Bürgermeister Erich Stubenvoll, ÖVP-Klubobmann Kurt Hackl, die Landesräte Anton Kasser (ÖVP), Eva Prischl (SPÖ) und Martin Antauer (FPÖ), NÖGUS-Geschäftsführer Volker Knestel, LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam und Gesundheit Weinviertel GmbH-Geschäftsführerin Katja Steininger.
Der Stadtsaal in Mistelbach war mit rund 500 Personen gut gefüllt, als der Bürgermeister Erich Stubenvoll (ÖVP) zum Informationsabend eingeladen hatte. Das Thema: Der Gesundheitsplan 2040+ und was er für das Landesklinikum Mistelbach bedeutet.
Bereits im September des Vorjahres gab es dazu ein "Gipfeltreffen" in St. Pölten. Die Kernaussage: Das LK Mistelbach ist abgesichert, auch über das Jahr 2040 hinaus. Bis es das zweite Schwerpunktkrankenhaus für die Region, das Klinikum Weinviertel Süd-West, geben wird, sollen auch alle Abteilungen erhalten bleiben. Ein passender Standort für dieses neue Haus, das die Spitäler von Hollabrunn, Stockerau und Korneuburg zusammenfasst, wird aktuell noch gesucht.
Hochkarätiges Podium im Stadtsaal
Genau diese Botschaft wurde den 500 Zuhörenden vermittelt. Auf dem Podium waren die Landesräte, die für den Gesundheitsbereich zuständig sind - Anton Kasser (ÖVP), Eva Prischl (SPÖ) und Martin Antauer (FPÖ) - vertreten, ebenso wie Fachleute des Gesundheitsplans. Der wurde vorgestellt, bevor Fragen das Publikum Fragen stellen durfte.
"Es gab zwar sehr lange Referate, aber keine essentiellen Informationen."
Initiator IG "Pro Schwerpunktkrankenhaus Mistelbach"
Dem Stadtchef war diese Bürgerinfo ein wichtiges Anliegen, da viele Fragen rund um den Gesundheitsplan und die Zukunft des Klinikums in der Bezirkshauptstadt aufgetaucht waren. Diese sollten nun die Fachleute beantworten. Er sei beruhigt, dass "unser Landesklinikum Mistelbach weiterhin Schwerpunktkrankenhaus bleibt".
Keine Änderungen im LK Mistelbach
Kurt Hackl, Klubobmann der ÖVP, geht sogar weiter und nennt es einen "Leuchtturm für die Gesundheitsversorgung im Weinviertel". In den nächsten 15 Jahren "sieht der Gesundheitsplan keine Änderungen im Landesklinikum Mistelbach vor". Kasser versichert, dass in den Standort weiter investiert werde und sprach den Da-Vinci-Operationsroboter an. Komplexe Krankheitsbilder sollen dort gebündelt werden, "wo hohe Fallzahlen höchste Qualität sichern". Damit reagiert er darauf, dass vier Abteilungen aus Mistelbach in das noch zu bauende Klinikum Süd-West verschoben werden sollen.
Genau das fürchten einige Mistelbacher. Alfred Weidlich war einst ÖVP-Bürgermeister von Mistelbach und ist nun Initiator der „Interessensgemeinschaft Pro Schwerpunktkrankenhaus Mistelbach“. Er macht im KURIER-Gespräch seinen Standpunkt klar: "Ein Schwerpunktkrankenhaus sollte vollwertige Abteilungen haben."
Schließung von Abteilungen nicht vorgesehen
NÖGUS-Geschäftsführer Volker Knestel betont, dass konkrete Abteilungsschließungen nicht aus dem Gesundheitsplan 2040+ abgeleitet werden können. Zudem unterstrich er, dass die Spitalslandschaft gesetzlichen Bestimmungen unterliege und laufend an neue Gegebenheiten angepasst werde. Etwa an das Bevölkerungswachstum.
Interessensgemeinschaft kämpft weiter
"Es gab zwar sehr lange Referate, aber keine essentiellen Informationen", fasst Weidlich zusammen. Die Stimmung sei ruhig gewesen, dennoch habe es Buh-Rufe gegeben. Immer wieder sei betont worden, dass sich bis 2024 in Mistelbach nichts ändern werde. "Es hat zwar lange gedauert, leider sind nicht alle drangekommen, die fragen stellen wollten", schildert Weidlich.
Für ihn ist klar: "Wir kämpfen weiter." Seine Initiative werde sich darum an der Demo in St. Pölten (23. April) zum Erhalt für das Gmünder Krankenhaus und die Notarztstützpunkte beteiligen.
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