Krankenhaus Stockerau: Interne E-Mail belegt Engpass an Betten
Im Stockerauer Krankenhaus sind derzeit über 90 Prozent der Betten belegt, bestätigt die Landesgesundheitsagentur.
Der Gesundheitsplan 2040+ mit seinen Spitalszusammenlegungen, dem Neubau eines Klinikums an der Achse Hollabrunn-Stockerau-Korneuburg, den Streichungen der Notarztstützpunkte sowie der Gastpatientenstreit zwischen Wien und Niederösterreich sind die beherrschenden Themen in der Gesundheitslandschaft. Gesellt sich nun ein Bettenengpass in Spitälern hinzu?
„Vorgehen bei aktueller Bettenproblematik in Stockerau“ ist der Betreff einer E–Mail, die an den Leiter der Ersten sowie die Leiterin der Zweiten Medizinischen Abteilung ging und auch dem KURIER vorliegt. Versandt wurde sie am 20. Februar.
Zusatzbetten und Entlassung „mit maximaler Konsequenz“
„Aufgrund der aktuellen Bettenengpässe in Stockerau“, wie es einleitend heißt, wird in dem Schreiben ersucht, verschiedene Maßnahmen umzusetzen. Etwa, vorübergehend Zusatzbetten aufzustellen, bis Patienten und Patientinnen wieder in reguläre Betten aufgenommen werden können. „Entlassungen sind mit höchster Priorität und maximaler Konsequenz durchzuführen.“
Die Sonderklasse-Regelungen seien vorübergehend auszusetzen; geschlechtsgemischter Beleg sei bei Bedarf zulässig, „unter Verwendung einer Trennwand - insbesondere bei gleicher Infektionskonstellation“, heißt es. Ein nicht belegtes Bett sei in der aktuellen Situation nicht akzeptabel.
LGA: „Es gibt keinen Engpass“
Diese Worte an die Leiter der Abteilungen sind klar und deutlich, dennoch beschwichtigt die Landesgesundheitsagentur (LGA) auf KURIER-Nachfrage: „Aktuell gibt es keinen Engpass bei Betten am Klinikstandort Stockerau“, sagt Sprecherin Karin Dörfler. Die Patientenversorgung könne kontinuierlich gewährleistet werden. Das gelte für beide Abteilungen.
Hohe Bettenauslastung
Sie räumt aber ein: „Die Bettenauslastung ist allerdings hoch und liegt bei über 90 Prozent, daher kann es zu Phasen mit Bettenengpässen kommen.“ Vor allem, wenn saisonale Erkrankungen auftreten, etwa während der Grippezeit. „Die bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung der Patientinnen und Patienten ist trotz hoher Auslastungszahlen jederzeit sichergestellt“, betont die LGA-Sprecherin. Eine koordinierte Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen oder anderen Häusern sei notwendig und werde bei Bedarf organisiert.
Enger Austausch mit Angehörigen
Was bedeutet die Maßnahme, dass Entlassungen „mit maximaler Konsequenz“ durchzuführen sind, konkret für die Patienten? Die Antwort der LGA: „Die Entlassung der Patientinnen und Patienten erfolgt ausschließlich nach medizinischen Gesichtspunkten und wenn eine weitere Versorgung im Klinikum nicht mehr notwendig ist. Dabei sind wir, wenn notwendig, auch immer im engen Austausch mit den Angehörigen, damit die Rückkehr in die gewohnte Umgebung bestmöglich organisiert werden kann.“
Das Entlassungsmanagement sei bemüht, Patienten, die keiner stationären, medizinischen Behandlung mehr bedürfen, aus dem Klinikum in ihr gewohntes Umfeld zu entlassen.
Kein Zusammenhang mit Gastpatientenstreit
Auf die Frage, ob der Bettenengpass am Stockerauer Klinikstandort mit dem Gastpatientenstreit zusammenhänge, betont Dörfler erneut, dass es aktuell keinen Engpass an Betten gebe. Und: „Ein Zusammenhang mit dem Gastpatientenstreit ist im Bereich der internen Abteilung nicht gegeben.“ Das höhere Patientenaufkommen sei vielmehr saisonal bedingt, wobei hier die Abteilungen für Innere Medizin stets mehr betroffen seien.
Kommentare