Hollabrunner Energiegemeinschaft wächst rasant und teilt mehr Strom
Der Vorstand der Energiegemeinschaft Hollabrunn rund um Obmann Fritz Strobl (l.) freuen sich über die Kooperation mit der oekostrom AG.
Die Energiegemeinschaft (EG) Hollabrunn gibt es seit dem Jänner 2024, sie blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025. Mit diesem positiven Rückenwind geht man ins neue Jahr: Die Mitgliederzahlen sind gestiegen, ebenso wie die Menge an gehandeltem Strom.
Etwa 300 Mitglieder stießen im vergangenen Jahr zur Hollabrunner EG: Von 150 Personen stieg die Zahl auf über 450 an. Damit zählt die Energiegemeinschaft zu den größeren der mittlerweile über 4.000 Erneuerbaren Energiegemeinschaften in Österreich.
Starkes Wachstum im Jahr 2025
Die EG freute sich 2025 über einen Meilenstein. Die finalen Werte für Dezember liegen zwar noch nicht vollständig vor, doch das Jahresergebnis lässt sich ablesen: Es steht für starkes Wachstum. Der Jahresumsatz an gehandelter elektrischer Energie erhöhte sich von rund 150.000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr 2024 auf über 935.000 kWh im Jahr 2025 und hat sich damit mehr als versechsfacht.
- Wer mehr über die Hollabrunner Energiegemeinschaft wissen möchte, hat dazu am 19. Jänner die Gelegenheit.
- In der HTL Hollabrunn (Anton Ehrenfried-Straße 10) wird es dazu eine Informationsveranstaltung geben.
- Themenschwerpunkte sind das Zusammenspiel der Energiegemeinschaft mit der oekostrom AG sowie die gemeinsam mit der Stadtgemeinde Hollabrunn geplanten Ausbauvorhaben am „Langen Berg“.
- Interessierte werden gebeten, sich per E-Mail unter info@eg-hollabrunn.at anzumelden. Gerne können auch weitere Interessierte mitgebracht werden.
- Die Anmeldung zur Energiegemeinschaft ist direkt vor Ort möglich.
Einen wichtigen Anteil daran hatte das Windrad am Langen Berg. In einem Pilotbetrieb speiste die Windkraftanlage seit dem Herbst einen Teil ihrer Erträge in die Energiegemeinschaft ein. Obwohl der November und der Dezember vergleichsweise windarm waren, entfielen im November von insgesamt über 97.000 kWh geteiltem Strom bereits rund 45.600 kWh (47 %) auf Erträge aus der Windkraft. Im Dezember waren es sogar rund 78.000 kWh von etwa 96.000 kWh (81 %).
Aus Pilotversuch wird dauerhafte Partnerschaft
Vor Weihnachten beschloss die Stadtgemeinde Hollabrunn eine Kooperation mit dem Windrad-Betreiber oekostrom AG, so wird aus diesem Pilotversuch nun eine dauerhafte Partnerschaft. "Zum Vorteil für alle unsere Mitglieder, denn Wind gibt es oft dann, wenn die Sonne nicht scheint, vor allem nachts und im Winter", weiß EG-Obmann Fritz Strobl.
Der große Benefit einer Energiegemeinschaft liege in der Ersparnis von Netzentgelten und Abgaben, da der Strom nur regional verteilt wird, und das überregionale Netz nicht belastet. Durch diese Reduktion sparten die Mitglieder der Energiegemeinschaft 2025 bares Geld: insgesamt – auf Basis eines durchschnittlichen Haushalts gerechnet – rund 50.000 Euro.
Günstige Tarife für EG-Mitglieder
Zusätzlich profitierten die Mitglieder von günstigen Bezugs- und Einspeisetarifen, die bewusst stabil und nachvollziehbar gestaltet werden. Das belegt die Energiegemeinschaft mit Zahlen: Von Jänner bis März 2025 sowie von Oktober bis Dezember galten Tarife von netto 12 Cent pro kWh für den Bezug und 9 Cent pro kWh für die Einspeisung. In den Monaten April bis September lagen diese bei netto 11 Cent beziehungsweise 8 Cent pro kWh. Auch für das Jahr 2026 ist vorgesehen, größere Tarifsprünge zu vermeiden und Anpassungen nur bei wesentlichen Entwicklungen auf den Strommärkten vorzunehmen.
Die Stromumsätze des Jahres 2025.
Hollabrunn ist übrigens eine von 1.800 EGs in Niederösterreich. Davon sind etwa 1.300 regionale und lokale Erneuerbare Energiegemeinschaften. Österreichweit gibt es laut E-Control rund 5.600 solcher Gemeinschaften. "Damit sind wir wirklich Spitzenreiter“, freut sich Jürgen Maier, Sprecher von Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf über diese Zahlen.
Energiegemeinschaften erleichtern das Leben
„Die Energiezukunft entscheidet sich nicht in internationalen Konzernzentralen, sondern bei uns vor Ort im Land“, ist der LH-Stellvertreter überzeugt. Energiegemeinschaften seien ein Weg, um das Leben wieder ein Stück leichter zu machen, denn sie senken die Energiekosten. „Gleichzeitig bringen sie unser Land wieder an die Spitze, denn sie stärken die regionale Wirtschaft.“
Energiekosten senken und Stromnetze entlasten
EGs sind in ganz Niederösterreich verbreitet. Die Kombination aus hoher Eigenstromerzeugung und starker lokaler Zusammenarbeit sind entscheidend für einen solchen Zusammenschluss. EGs ermöglichen es, erneuerbaren Strom dort zu erzeugen, zu nutzen und zu teilen, wo er gebraucht wird. Das senkt Energiekosten für die Beteiligten, entlastet die Stromnetze, stärkt die regionale Wertschöpfung und macht die Energieversorgung unabhängiger.
Amstetten, St. Pölten, Haag/Haidershofen (Bezirk Amstetten) und Trumau im Bezirk Baden, stechen heraus, dort gibt es laut Land NÖ die größten Energiegemeinschaften.
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