Thaya erneut verunreinigt, Trinkwasser aber nicht in Gefahr

Gülle-Unfall Thaya
Einen Tag war der Hardegger Brunnen gesperrt, weil durch Schmelzwasser erneut Gülle in die Thaya gelangte. Nun wird geprüft, wer den Schaden zahlt.

Fritz Schechtner, ÖVP-Bürgermeister von Hardegg (Bezirk Hollabrunn) musste einmal mehr die Trinkwasserbrunnen sperren und einen Krisenstab zusammentrommeln: Er bekam Donnerstagnacht einen Anruf, dass durch die starken Niederschläge und die Schneeschmelze erneut Gülle in die Thaya gelangt ist.

Wasserwerk Hardegg

Hardeggs Bürgermeister Fritz Schechtner war erneut in Alarmbereitschaft: Es kam erneut zu einer Kontaminierung der Thaya, allerdings in geringem Ausmaß. 

Wie berichtet, ereignete sich Mitte Jänner ein Gülleunfall in Tschechien: Drei Millionen Liter Rindergülle flossen dabei in den Junácký potok, einem Nebenbach der Thaya. Aus dem Fluss bezieht das Hardegger Wasserwerk sein Trinkwasser mit dem nicht nur die Stadtgemeinde Hardegg, sondern auch Teile der Gemeinde Weitersfeld (Bezirk Horn) mit Trinkwasser versorgt werden. Knappe zwei Wochen war die Feuerwehr im Einsatz, um die Hochbehälter mit EVN-Wasser zu füllen, um die Trinkwasserversorgung aufrecht zu erhalten. 

Thaya durch Schmelzwasser verunreinigt

Ein Notdamm wurde errichtet, doch durch das Schmelzwasser und den Regen gelangten Reste der Gülle erneut in die Thaya. "Die Aufregung war natürlich groß. Die Erfahrung vom letzten Mal  hat  uns sehr sensibel gemacht", berichtet Schechtner im KURIER-Gespräch. Doch die Proben zeigten, dass das Wasser im Brunnen nicht kontaminiert war, die Grenzwerte wurden nie erreicht.

Gülle-Unfall Thaya

Gülle-Unfall Thaya

Gülle-Unfall Thaya

Gülle-Unfall Thaya

Trinkwasserversorgung Hardegg

Trinkwasserversorgung Hardegg

Trinkwasserversorgung Hardegg

Trinkwasserversorgung Hardegg

Trinkwasserversorgung Hardegg

Wasserwerk Hardegg

Wasserwerk Hardegg

Kein Feuerwehreinsatz nötig

Die Feuerwehr war zwar beim Krisenstab mit dabei, ein neuerlicher Einsatz der Wehren war aber nicht notwendig. Nur einen Tag, am Freitag, war der Brunnen nicht in Betrieb.

"Das war unsere Befürchtung, dass es bei Niederschlägen wieder zu einer Kontaminierung unseres Wassers kommen könnte. Das wird uns wohl noch bis in den Sommer begleiten", sei die Lage laut dem Stadtchef noch nicht ausgestanden.

Wer kommt für den Schaden auf?

Indes beschäftigt ihn auch die Frage, wer für die Kosten aufkommt. "Mit der Wasserrechnung wird noch abgewartet", ist Schechtner froh, das man hier der Gemeinde entgegen kommt. Der Betrieb, der die Verunreinigung verursacht hat, habe zwar eine Haftpflichtversicherung, allerdings werde auf tschechischer Seite nun geprüft, wer für den Bruch der Mauer des Güllebeckens verantwortlich ist: Der Unternehmer oder die Baufirma, die es errichtet hat, schildert der Bürgermeister. 

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