Nationalpark Thayatal: Gülle-Unfall bringt Gefahr für das Leben im Fluss

Gülle-Unfall Thaya
Das Fischsterben blieb aus. Jetzt beobachtet der Nationalpark Thayatal, welche Auswirkungen der Unfall auf Kleintiere und Fischlarven hat.

Wenn drei Millionen Liter Rindergülle in einen Fluss landen, dann bleibt das nicht ohne Folgen. Knapp zwei Wochen musste Hardegg (Bezirk Hollabrunn) mit EVN-Trinkwasser versorgt werden, da das Wasser der Thaya verunreinigt war. Erst elf Tage nach dem Unfall gab es grünes Licht für das Trinkwasser aus dem Grenzfluss.

Auswirkungen auf den Nationalpark

Die Thaya versorgt die kleinste Stadt Österreichs mit Trinkwasser und fließt durch den Nationalpark Thayatal, der nun damit beschäftigt ist, die Auswirkungen des Unfalls im tschechischen Podmyče (Gemeinde Vranov) zu beobachten. "Wir wurden sehr schnell von der Grenzwasserkommission informiert", erinnert sich Christian Übl, Direktor des Nationalparks, an den 19. Jänner.

Thaya Hardegg

Der Durchfluss der Thaya wurde erhöht, um die Güller rascher verdünnen zu können.

Da stürzte die Wand eines Güllebeckens ein und überflutete den Bach Junácký potok mit 3.000 Kubikmetern Gülle. "Man muss erst einmal realisieren, wie viel das ist", spricht Übl von der enormen Menge. Im Nationalpark war das Ausmaß zu sehen und zu riechen. 

Durchfluss der Thaya erhöht

Zudem berichtet Übl, dass die tschechischen Behörden sehr aktiv waren, um die Schäden gering zu halten. So wurde etwa der Durchfluss der Thaya erhöht - von drei Kubikmeter pro Sekunde auf 30 Kubikmeter pro Sekunde -, um die Gülle zu verdünnen. Durch das Kraftwerk Frain (Vranov) konnte dies gut geregelt werden.

Die Mitarbeiter des Nationalparks Thayatal sowie die Kollegen vom benachbarten Národní park Podyjí haben die Situation beobachtet und regelmäßig Proben aus der Thaya entnehmen.

Gülle-Unfall Thaya

Gülle-Unfall Thaya

Gülle-Unfall Thaya

Gülle-Unfall Thaya

Gülle-Unfall Thaya

Gülle-Unfall Thaya

Gülle-Unfall Thaya

Gülle-Unfall Thaya

Fischsterben blieb aus

Zum Glück sind nicht die gesamten drei Millionen Liter Rindergülle in die Thaya gelangt. Dennoch: Das Gewässer wurde mit Ammonium und Phosphor belastet. Das bereitet den Nationalparkmitarbeiter Sorge. "Das Fischsterben ist bis jetzt ausgeblieben. Bei uns und auf tschechischer Seite", sagt Übl im KURIER-Gespräch zwei Wochen nach der Verunreinigung.

Kleintiere und Fischlarven gefährdet

Trotzdem ist es nicht überstanden: Viele Kleintiere, die den Fischen als Futter dienen, leben im Flussschotter. "Diese Kleintiere sind sensibler als die Fische", weiß Übl. Außerdem befinden sich im Schotter Fischlarven, hier ist ebenfalls unklar, wie sie auf das verunreinigte Wasser reagieren werden. Der Nationalpark ist froh, dass sich der Unfall bei kalten Temperaturen ereignet hat, "das ist besser für das Gewässer".

Welche Auswirkungen die Gülle in der Thaya hatte, werde sich erst in einiger Zeit zeigen, meint Übl. Darum werden das Makrozoobenthos, also die Kleintiere, und die Jungfische untersucht, um hier Klarheit zu bringen. 

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