Neue Windräder in Groß-Schweinbarth bringen Bürgern bares Geld
In Groß-Schweinbarth werden im Sommer zwei neue Windräder in Betrieb gehen. Pro Windrad und Jahr kann die Gemeinde 15.000 Euro an die Haushalte ausschütten.
Zusammenfassung
- Zwei neue Windräder in Groß-Schweinbarth bringen ab Sommer 2026 jährlich je 15.000 Euro, die direkt an die Haushalte ausgeschüttet werden.
- Eine Energiegemeinschaft für langfristig günstigen Strom ist geplant, die Auszahlung bleibt aber auch danach bestehen.
- Weitere Windkraftanlagen sind in Planung, wobei die Gemeinde auf Mitsprache und Akzeptanz der Bürger setzt.
In Groß-Schweinbarth werden derzeit zwei Windräder in Richtung Hohenruppersdorf gebaut. Im Juni sollen die Teile geliefert und aufgebaut werden, damit die Anlagen im Sommer ihren Betrieb aufnehmen können. An sich nichts Ungewöhnliches im Bezirk Gänserndorf, denn dort stehen bereits mehr Windkraftanlagen als im restlichen Niederösterreich.
Das Besondere an den neuen Anlagen: Sie bringen den Gemeindebürgern bares Geld aufs Konto. Konkret sind es 15.000 Euro pro Jahr und Windrad, die die Gemeinde an die Haushalte verteilen kann. Kommen später weitere Windräder dazu, steigt der Betrag.
600 Haushalte profitieren von Windrädern
Ausgeschüttet wird an die Haushalte, die ihre Daten der Gemeinde bekannt geben. Das entsprechende Formular wird in den nächsten Wochen verteilt. Bei etwa 600 Haushalten in der Gemeinde, erhält jeder zu Beginn 50 Euro. Melden sich weniger an, steigt der Betrag. "Das klingt vielleicht nicht viel, aber der Betrag steigt ja. Und einer Mindestpensionistin oder Alleinerzieherin ist damit sicher geholfen“, meint Bürgermeisterin Marianne Rickl-List (ÖVP).
Bürgermeisterin Marianne Rickl-List (ÖVP) ist froh, dass neue Windräder direkte Vorteile für Gemeindebürger bringen.
Direkt-Ausschüttung statt Bürgerbeteiligung
"Nach meinem Wissen gibt es ein solches Projekt in der Region noch nicht“, berichtet die Gemeindechefin im KURIER-Gespräch. Doch sie ist überzeugt: „Die Leute, die Windräder anschauen und hören müssen, sollen auch etwas davon haben.“ Entstanden ist diese Direkt-Ausschüttung, weil zunächst ein Bürgerbeteiligungsmodell angedacht war. Doch eine Umfrage habe gezeigt, dass die Leute lieber günstigeren Strom beziehen würden, als sich zu beteiligen.
Eine Energiegemeinschaft ist nach wie vor geplant, um den Bürgern langfristig günstigen Strom anzubieten. Das Modell werde aber erst ausgearbeitet, darum habe man sich laut Rickl-List nun für diese Variante entschieden. „Die Ausbezahlung bleibt erhalten, auch wenn es dann die Energiegemeinschaft gibt“, betont die Gemeindechefin.
Nächste Windrad geht 2030 ans Netz
Für die drei Windräder, die sich seit 2021 in Groß-Schweinbarth drehen, erhält die Gemeinde Ausgleichszahlungen. Eine weiter Windkraftanlage, von der die Bürger ebenso direkt profitieren, ist bereits geplant: Für eine Anlage am Tümling liegen bereits fast alle notwendigen Genehmigungen vor, geplant ist, dass es 2023 ans Netz geht.
"Die Leute, die Windräder anschauen und hören müssen, sollen auch etwas davon haben."
Bürgermeisterin
Weiters sind vier Windkraftanlagen in der Eignungszone Hochleithenwald, konkret am Lindaberg, geplant. „Grundsätzlich ist die Stimmung pro Windräder. Doch der Hausleithenwald ist etwas Neues, da sehen es die Leute kritischer“, schildert die Bürgermeisterin.
Vier Windräder im Hochleithenwald
Der Wald ist im Privatbesitz und wird für Forstwirtschaft genutzt. Aber auch seit etwa 20 Jahren von der OMV. An etwa 40 Bohrstellen werde nach Öl gebohrt, informiert Rickl-List. Darum sei es nicht abwegig, den Wald auch für Windenergie zu nutzen. Die OMV überlege sogar selbst, aufgelassene Bohrstellen für Windkraft zu nutzen.
Keine roten Blinklichter
Für diese vier Anlagen läuft das behördliche Genehmigungsverfahren, 2025 widmete der Gemeinderat mit einem einstimmigen Beschluss die Fläche um. Die Anlagen liegen an der Grenze zu den Gemeinden Wolkersdorf (Bezirk Mistelbach) und Bad Pirawarth.
Der Abstand zum Groß-Schweinbarther Wohngebiet beträgt 3,2 Kilometer. "Wir als Gemeinde haben immer maximales Mitspracherecht“, betont die Bürgermeisterin, die sich außerdem freut, dass die neuen Windräder dann kein rotes Dauer-Blinklicht mehr haben werden.
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