Wandern auf den Spuren der Liechtensteiner
Symbolbild
Der Trend Weitwandern wird nun auch im Weinviertel aufgegriffen: In einer grenzüberschreitenden Kooperation zwischen der Weinviertel Tourismus GmbH, der Stadt Valtice und der Gemeinde Lednice in Südmähren wird heuer der Weitwanderweg „Auf den Spuren der Liechtensteiner“ entwickelt und im Herbst zum Bewandern freigegeben.
Es soll eine thematische Route entstehen, die auf bestehenden Rad- und Wanderwegen basiert und diese sinnvoll miteinander verbindet. Die historischen Stationen werden über landschaftlich reizvolle Strecken hinweg verknüpft. So wird in der Grenzregion Österreich-Tschechien ein „einzigartiges touristisches Angebot geschaffen“, sagt Projektleiter Horst Obermayer.
Derzeit ist die geplante Strecke exakt 111,1 Kilometer lang, auf der die Wanderer etwas über die Geschichte der Liechtensteiner erfahren. Das funktioniert über Tafeln, die mit einem QR-Code versehen sind. Dieser wird mit dem Smartphone gescannt und schon gibt es Wissenswertes über die Adelsfamilie zu lesen.
Übernachten erwünscht
Die Länge der einzelnen Etappen gestalten die Wanderer flexibel. Konzipiert sind die Abschnitte allerdings in Tagesstrecken, insgesamt sind es sieben. „Es ist ja gewollt, dass die Leute bei uns übernachten“, informiert Obermayer im KURIER-Gespräch.
„Geplant ist außerdem ein Gepäcktransport-Service zwischen den einzelnen Stationen, damit Wandernde entspannt von Station zu Station ziehen können“, verrät der Projektleiter einen Service, der entlang der Liechtensteiner Weitwanderstrecke vorgesehen ist.
Die Liechtensteiner Weitwanderstrecke
Hier konnte Obermayer bei einem Workshop am Schloss Liechtenstein in Wilfersdorf (Bezirk Mistelbach) bereits Konkretes berichten: Er stellte den Tourismusbetrieben und Beherbergern der Umgebung eine Kooperationsmöglichkeit mit dem regionalen Taxiunternehmer Schiefer vor. Geplant ist, dass das Gepäck an Werktagen von 10 bis 16 Uhr durch das Taxiunternehmen transportiert wird.
Der Status quo
Fertig ist die neue Tourismusroute allerdings noch nicht. Darum gab es am Schloss Liechtenstein für die Interessierten einen Überblick über den aktuellen Planungsstand des grenzüberschreitenden Weitwanderprojekts. Ziel ist es, eine qualitativ hochwertige, grenzüberschreitende Weitwanderroute zu etablieren – die ganz nebenbei historisches Wissen vermittelt. „Das Feedback war sehr positiv, alle Tourismusbetriebe sind gern dabei“, schildert Obermayer die Stimmung bei den Teilnehmern.
Der Weitwanderweg auf den Spuren der Liechtensteiner ist 111,1 Kilometer lang und wird in sieben Tagesstrecken geteilt:
Etappe 1: Wilfersdorf – Poysdorf; 15,2 Kilometer
Etappe 2: Poysdorf – Herrnbaumgarten – Schrattenberg; 16 Kilometer
Etappe 3: Schrattenberg – Valtice; 13 Kilometer
Etappe 4: Valtice - Lednice; 14,8 Kilometer
Etappe 5: Lednice – Breclav – Reintal; 18,5 Kilometer
Etappe 6: Reintal über Altlichtenwarth nach Großkrut; 23,9 Kilometer
Etappe 7: Großkrut – Wilfersdorf; 16 Kilometer
Im jüngsten Workshop wurden der Zeitplan festgelegt und die genaue Streckenführung erarbeitet. Die Befahrung der Strecke startet bereits am 1. April. Dabei wird der genaue Weg fixiert und digital erfasst. Zudem wird festgelegt, wo genau die Infotafeln mit den QR-Codes aufgestellt werden. Die Produktion ist im Mai vorgesehen, im Sommer werden die Tafeln montiert. Klassische Wanderkarten wird es ebenfalls geben.
Die Freigabe der neuen Weitwanderstrecke soll bis Ende Oktober erfolgen, damit dann feierlich eröffnet werden kann.
Kolonáda Reistna
Wie es sich für ein gemeinsames grenzüberschreitendes Projekt gehört, ist die offizielle Eröffnung im Grenzgebiet geplant, und zwar auf der Kolonáda Reistna zwischen Schrattenberg und Valtice.
Diese Reistenkolonnade ist ein Denkmal an die Familie Liechtenstein und bietet sich zudem aufgrund ihrer Lage für die Feierlichkeit an: Sie steht auf einer Anhöhe, nur einen halben Kilometer von der Staatsgrenze zu Österreich entfernt. Von dort hat man übrigens einen hervorragenden Blick auf das Schloss Valtice.
Neben der Befahrung in den nächsten Monaten sind noch weitere Vernetzungstreffen in Österreich und Tschechien geplant. „Wir haben eine super Partnerschaft mit den tschechischen Gemeinden“, ist der Projektleiter stolz, dass alles reibungslos funktioniert und alle Beteiligten dasselbe möchten: „Dieses gemeinschaftliche Vorhaben stärkt den regionalen Tourismus, fördert nachhaltiges Wandern und verbindet Gemeinden entlang der Route“, so Obermayer.
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