Die Gegner protestieren mit einem Transparent

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Chronik Niederösterreich
08/06/2019

Skischaukel: Umstrittenen Parkplatz winkt die Zusage

Trotz Protesten gegen die Rodung des Waldstücks gibt es voraussichtlich grünes Licht des Landes NÖ.

von Patrick Wammerl

In die Parkplatzmisere der Skischaukel und Erlebnisalm Mönichkirchen am Wechsel kommt Bewegung. Die Raumordnungsabteilung des Landes NÖ dürfte keine Einwände gegen die Umwidmung des 12.000 großen Waldstück neben der Talstation haben. In den kommenden Tagen soll der voraussichtlich positive Bescheid in der Gemeinde einlangen. Dem Vernehmen nach gibt es keine Einwände des herangezogenen Gutachters gegen den Bau.

Seitdem das Ganzjahresausflugsgebiet der NÖ Bergbahnen seine Parkplatzprobleme mit knapp 250 neuen Stellflächen in den Griff bekommen möchte, gibt es gegen die geplante Umsetzung Widerstand. Einige Bürger haben sich als die Bewegung „Unser Mönichkirchen“ formiert und auch mit einer Petition gegen die Pläne mobil gemacht. Die Initiatoren, Marion Rois und Peter Halpern, wollen den Waldboden erhalten und die Bodenversiegelung direkt neben dem Quellschutzgebiet verhindern.

Dass der bestehende Parkplatz an starken Tagen mit mehr als 3.000 Tagesgästen derart überfüllt ist und die Touristen kreuz und quer im Ortsgebiet parken, ist selbst den Kritikern bewusst. Für sie besteht diese „Überlastung jedoch nur an einigen schulfreien Schönwettertagen“. Daher fordere man ein Verkehrskonzept von Fachleuten. Ein Shuttlebus von einem Parkplatz außerhalb des Ortes sei einer der Lösungsansätze.

Brutvögel

Für die NÖ Bergbahnen ist die Parkplatzerweiterung für den Erfolg des Skigebietes jedoch unumgänglich. Genau deshalb halte man alle rechtlichen Voraussetzungen ein und warte die Expertise der Abteilung Raumordnung ab, sagt der ÖVP-Landtagsabgeordnete Hermann Hauer.

Wegen möglicher Nistplätze von Brutvögeln in dem Waldstück habe man bewusst keine Arbeiten vor dem Sommer in Angriff genommen. Sobald ein Bescheid vorliege, wollen die NÖ Bergbahnen mit den Kritikern das Gespräch suchen und eventuell auch eine begleitende Mediation starten. Für Mönichkirchens Bürgermeister, Andreas Graf (ÖVP), ist das Argument der Umweltzerstörung durch die Parkplatzerweiterung nur schwer nachvollziehbar.

Mönichkirchen ist als heilklimatischer Höhenluftkurort mit über 90 Prozent der Gesamtfläche, eine der waldreichsten Gemeinden Niederösterreichs. „Durch die ganz gewöhnliche Waldbewirtschaftung und Holzgewinnung werden jedes Jahr weit mehr Flächen geschlägert, als für diesen Parkplatz“, sagt Graf.

Für Hauer darf auch der Sicherheitsaspekt nicht zu kurz kommen: „Im vergangenen Jahr gab es die Situation, dass Einsatzfahrzeuge zwischen den Wildparkern nicht mehr durchgekommen sind“.