Turbulenter Prozess um blutige Familienfehde in Niederösterreich
Es gibt mehrere Versionen darüber, was sich am 16. Mai 2023 in einem Wohnhaus in Herzogenburg im Bezirk St. Pölten abgespielt haben könnte. Fest steht nur, dass ein 63-Jähriger durch einen Messerstich schwer verletzt wurde.
Wie es aber dazu kam, da gehen die Meinungen bei dem Prozess am Landesgericht St. Pölten weit auseinander.
Die Staatsanwaltschaft wirft einem 35-jährigen Türken das Verbrechen des versuchten Mordes vor. Der Angeklagte soll im Zuge einer verbalen Auseinandersetzung seinen 63-jährigen Schwiegervater mit einem Küchenmesser attackiert und ihm eine Stichwunde zugefügt haben.
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Von einer Absicht, so der Beschuldigte, könne aber keine Rede sein. Bei dem Prozess gab er zu Protokoll, dass er sich nicht einmal mehr daran erinnern könne, überhaupt ein Messer in der Hand gehalten zu haben. Die Verletzung kann er allerdings nicht leugnen. "Es muss dann im Zuge einer Rangelei passiert sein. Wahrscheinlich war es ein Reflex", beteuert der 35-Jährige.
Was den Fall besonders schwierig macht, ist der Umstand, dass das Opfer nicht reden will. Als der 63-Jährige in den Zeugenstand gerufen wird, entschlägt er sich der Aussage.
Die Geschworenen folgten der Argumentation der Verteidigung. Sechs Monate bedingt wegen fahrlässiger Körperverletzung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte wurde sofort enthaftet und konnte heimgehen.
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