© Johannes Weichhart

Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
11/03/2021

Domplatz-Projekt in St. Pölten wird zum Wettlauf gegen die Zeit

Noch kein Errichter für Garage unter dem Bischofsgarten gefunden. 230.000 Euro werden in eine 3-D-Ausstellung investiert.

von Johannes Weichhart

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Mit einer Fläche von rund 5.700 Quadratmetern ist der Domplatz der zweitgrößte Platz in der Landeshauptstadt St. Pölten. Bis auf eine kleine Baustelle ist das Areal derzeit wieder ein großer Parkplatz, nur an den Markttagen muss woanders geparkt werden.

22.000 Skelette gefunden

Neun Jahre lang, von 2010 bis 2019, war das Parken am Domplatz aber nur eingeschränkt möglich. Der Grund: Es wurden flächendeckend archäologische Grabungen durchgeführt, bei denen nicht nur mehr als 22.000 Skelette, sondern auch eine der derzeit ältesten bekannten Kirchen Niederösterreichs freigelegt wurden.

Dreidimensional

Notwendig machten die Arbeiten ein Vorhaben, das seit Jahren für teils hitzige Diskussionen sorgt. Es geht um die Neugestaltung der Fläche vor dem Gotteshaus, die im Rahmen der Landeskulturhauptstadt 2024 eine wichtige Rolle spielen soll. Am kommenden Freitag will Bürgermeister Matthias Stadler die Pläne für den Domplatz neu bekannt geben.

Fest steht, dass das Areal neu asphaltiert werden soll, Schanigärten sind ebenfalls in Planung. Im Gemeinderat bereits beschlossene Sache ist auch das Projekt „Augmented Reality“ (AR). Dabei sollen Funde und Daten, die bei den Ausgrabungen am Domplatz gesammelt werden konnten, den Besuchern ab 2024 präsentiert werden. Und zwar mittels einer AR-Brille, die virtuelle Objekte dreidimensional darstellen kann. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 230.000 Euro.

Österreichweite Suche

Für Aufregung sorgte die Ansage der Stadt, dass das Areal künftig autofrei werden soll. Kaufleute und viele Bürger konnten damit beruhigt werden, dass unter dem Bischofsgarten eine Tiefgarage mit knapp 300 Stellplätzen gebaut werden soll. Doch die Verantwortlichen stehen vor einem großen Problem. Jener Unternehmer, der das Projekt umsetzen wollte, sprang wieder ab. Nun sind Stadt und Diözese auf der Suche nach einem neuen Errichter. „Bislang wurden wir aber noch nicht fündig. Derzeit suchen wir österreichweit“, sagt Katharina Brandner, Sprecherin der Diözese St. Pölten.

Projekt-Insider betonen, dass das Vorhaben nun zu einem Wettlauf mit der Zeit werde. Denn ein neuer, autofreier Domplatz könne nur mit zugehöriger Garage umgesetzt werden.

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