Neues Tageszentrum für Senioren in NÖ vor dem Start

Je 14 Personen können an drei Tagen pro Woche in einer ehemaligen Pension „einchecken“ – Programm und Essen inklusive.
Die Initiatorinnen mit Gerhard Kozar (sitzend) und seinen Angehörigen, er ist schon lange angemeldet.

Beim Tag der offenen Tür am Samstag ist viel los. „Ich habe mit 200 Personen gerechnet, aber jetzt waren sicher schon mehr als hundert da“, sagt Erwin Silberbauer, Regionalleiter der mobilen Pflege bei der Caritas, eine halbe Stunde nachdem die Pforten geöffnet wurden.

Die Pforten zum Caritas-Tageszentrum für Senioren in Kleinpertholz, fünf Autominuten von Heidenreichstein im nördlichen Waldviertel, das Anfang März den Betrieb aufnehmen wird.

14 Personen können dort pro Tag betreut werden. „Wir haben jetzt 14 Voranmeldungen und werden vorerst Montag, Dienstag und Donnerstag offen haben“, erklärt Silberbauer. Einer, der schon angemeldet ist, ist Gerhard Kozar (79).

Er hat Demenz, derzeit kümmert sich seine Frau rund um die Uhr um ihn. Künftig bringt sie ihn um acht Uhr morgens und holt ihn um 16 Uhr wieder ab.

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Die ehemalige Pension der Familie Weinstabl wurde adaptiert und wird nun als Tageszentrum genutzt.

Das erklärte Ziel ist, Seniorinnen und Senioren mit Pflegestufe eins bis vier künftig von Montag bis Freitag eine betreute Tagesgestaltung zu geben, dafür braucht es aber noch weitere Anmeldungen. „Man braucht etwa 50 bis 60 Personen“, so Silberbauer, weil ja nicht alle an allen Tagen kommen.

Sieht man sich beim Tag der offenen Tür in der ehemaligen Frühstückspension Weinstabl um, so meint man, dass durchaus Potenzial für diese Zahl da ist.

Auf individuelle Bedürfnisse angepasst

Ein Paar aus Waidhofen/Thaya etwa bekundet Interesse: „Unsere Hauskrankenpflege hat uns davon erzählt. Es wäre sicher nett, einmal oder zweimal pro Woche hierher zu kommen“, sagt die Frau mit Herzleiden. Mit den „Gästen“, so werden sie offiziell bezeichnet, wird gesungen, getanzt, gekocht, gegartelt, Gymnastik gemacht, spazieren gegangen, geplaudert und gegessen.

„Wir wollen auf keinen Fall jemanden überfordern, wir passen die Aktivitäten an die Bedürfnisse jedes Einzelnen an“, erklärt Mitarbeiterin Ulrike Frei, eine der Initiatorinnen des Tageszentrums.

Die Initiatorinnen mit Gerhard Kozar (sitzend) und seinen Angehörigen, er ist schon lange angemeldet.

Die Initiatorinnen mit Gerhard Kozar (sitzend) und seinen Angehörigen, er ist schon lange angemeldet.

Bei der Tour durch das rund 330 Quadratmeter große Stockwerk mit zehn ehemaligen Fremdenzimmern kann man nicht nur die Gemeinschaftsküche, den großzügigen Aufenthaltsraum und den Aktivraum, sondern auch einen Ruheraum mit Pflegebetten und einen Relaxraum mit einladenden höhenverstellbaren Stühlen sehen.

„Wir haben für alle Gäste Möglichkeiten, sich auszuruhen“, so Stephanie Schindl, sie ist ebenfalls in der mobilen Pflege der Caritas tätig, hat das Projekt mitinitiiert und wird vor Ort sein.

Der große Dank gilt Privatpersonen, die sich engagiert haben, Betrieben, aber auch Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, die hier tätig geworden sind.

von Erwin Silberbauer

Regionalleiter Mobile Pflege

Damit das Tageszentrum überhaupt realisiert werden konnte, mussten Spenden lukriert werden. „Der große Dank gilt Privatpersonen, die sich engagiert haben, Betrieben, aber auch Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, die hier tätig geworden sind“, meint Silberbauer.

In Seitenstetten läuft seit Herbst ebenfalls ein Caritas-Tagesbetreuungszentrum dieser Art. Dort sehe man, dass der Weg dorthin für die Gäste bzw. ihre Angehörigen eine Herausforderung sei.

Auch hier in Kleinpertholz habe man dieses Problem. „Wir hoffen, dass sich die Landesregierung hier beteiligt und etwas auf die Beine stellt, vergleichbar mit den Kindergartenbussen“, so der Experte. Ein Tag im Tageszentrum kostet dem Gast je nach Einkommen zwischen 5 bis 32,50 Euro – inklusive Verpflegung.

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