Millionenspende für KI aus NÖ: Uber-Mitgründer investiert in ISTA
Spendenübergabe unterzeichnet: ISTA-Präsident Martin Hetzer (l.) mit dem kanadischen Unternehmer Garrett Camp, der fünf Millionen Euro spendete.
Im ISTA, dem Institute of Science and Technology Austria in Klosterneuburg (Bezirk Tulln) wird gejubelt: Es hat vom kanadischen Unternehmer Garret Camp, ein Mitbegründer der Fahrdienst-App Uber, eine Spende in Höhe von fünf Millionen Euro erhalten. Mit diesen Mitteln soll Künstliche Intelligenz (KI) als vertrauenswürdige, menschenzentrierte Technologie zum Wohle der Gesellschaft weiter erforscht werden.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf gratulieren: "Das ist ein großartiger Erfolg für das ISTA. Die Spende des Uber-Mitbegründers Garrett Camp unterstreicht das Potenzial des Wissenschaftslandes Niederösterreich und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
- Das ISTA in Klosterneuburg wurde 2009 eröffnet.
- Es hat sich zum Anziehungspunkt für Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus der ganzen Welt entwickelt.
- Im Zentrum stehen die Grundlagenforschung sowie das Bestreben, wissenschaftliche Erkenntnisse durch technologischen Transfer und Wissensvermittlung in die Gesellschaft zu tragen.
- Aktuell hat das Institut rund 90 Forschungsgruppen und 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
- Bis 2036 soll es auf 150 Gruppen und 2.000 Mitarbeiter anwachsen.
- Dazu läuft seit 1. Jänner die dritte Ausbaustufe (2026-2036), heuer erfolgt ein weiterer Ausbauschritt mit dem Baustart für das siebte Laborgebäude. "Lab7“ wird Platz für rund 30 Forschungsgruppen sowie weitere gemeinsam genutzte Labore bieten.
Uber-Mitbegründer Camp besuchte vor wenigen Tagen den ISTA-Campus, um die Spendenvereinbarung mit ISTA-Präsident Martin Hetzer und Managing Director Georg Schneider zu unterzeichnen. Es handelt sich dabei um die erste Spende des kanadischen Unternehmers an ein europäisches Institut. Mit der Spende "kann das ISTA seine Grundlagenforschung im Bereich der künstlichen Intelligenz weiter ausbauen“, schildert Hetzer, der in diesem Zusammenhang auf die Stärken des ISTA in den Bereichen Computerwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften verweist.
KI-Forschung mit Mehrwert für Wissenschaft und Gesellschaft
"Die Spende hilft uns, KI-Forschung in einem breiten, interdisziplinären wissenschaftlichen Kontext voranzutreiben, unser Verständnis der Funktionsweise dieser Systeme zu vertiefen und ihre Grenzen zu untersuchen. Dies ist unerlässlich für die Entwicklung robuster und vertrauenswürdiger KI-Systeme, die sowohl für die Wissenschaft als auch für die Gesellschaft einen langfristigen Mehrwert bieten", ergänzt der ISTA-Präsident.
"Globale Lösungen erfordern globale Perspektiven und Zusammenarbeit.“
Kanadischer Unternehmer
Für Camp spiegele die Spende an das ISTA seine Überzeugung wider, dass die nächste Generation von KI-Durchbrüchen aus Ökosystemen kommen wird, die Genauigkeit, Zusammenarbeit und langfristige Wirkung anstelle von Geschwindigkeit und einer kurzfristigen Sicht priorisieren, heißt es in einer Aussendung. Camps aktueller Fokus liegt auf der Förderung der KI-Entwicklung, die Menschen auf der ganzen Welt hilft, sich weiterzuentwickeln.
Investition in brillante Köpfe
"Globale Lösungen erfordern globale Perspektiven und Zusammenarbeit“, sagte Camp.
Camp wiederum bezeichnet die Unterstützung des ISTA als "eine Investition in eine Gemeinschaft, die brillante Köpfe aus der ganzen Welt zusammenbringt, um vertrauenswürdige KI im Sinne der Menschheit weiter voranzutreiben und dafür zu sorgen, dass Innovationen wachsen, dies aber gemeinsam mit Integrität, Transparenz und Respekt für menschliche Werte“.
Der kanadische Unternehmer unterstützt schon seit Langem gemeinnützige Organisationen, die sich für den Aufbau verantwortungsvoller und vertrauenswürdiger KI-Technologie einsetzen. "Wir freuen uns sehr, dass wir dazu beitragen konnten, diese beiden Institutionen zusammenzubringen“, sagte Niklas Schmidt von Wolf Theiss Attorneys-at-Law.
Garrett Camp unterstützt schon seit Langem gemeinnützige Organisationen, die sich für den Aufbau verantwortungsvoller und vertrauenswürdiger KI-Technologie einsetzen.
Präsident Hetzer ist hoch erfreut: "Wir schätzen dieses transatlantische Vertrauen in die Forschungsmission des ISTA und in unsere Rolle bei der Gestaltung der Zukunft der Künstlichen Intelligenz sehr.“ Denn die Arbeit des ISTA im Bereich KI ist breit gefächert und konzentriert sich auf die Entwicklung zuverlässiger, effizienter und wissenschaftlich fundierter Systeme. Zu den Schlüsselbereichen gehört vertrauenswürdige KI, wobei Forscher nach grundsätzlichen Lösungen statt nur nach Bugfixes suchen, um die KI so sicherer, robuster, fairer und datenschutzkonformer zu machen, wird in der Aussendung des Institutes erklärt.
KI ist eng mit anderen Forschungsbereichen verbunden
Nachhaltige KI ist ein weiterer Schwerpunkt des ISTA, wobei die Forschung darauf abzielt, KI-Modelle ressourceneffizienter und allgemein zugänglich zu machen. Zudem arbeitet ein Forschungsteam an kausaler KI, die KI-Systemen helfen soll, zu lernen, wie Ursachen zu Wirkungen führen, wie Handlungen Ergebnisse verändern und wie sich die Daten, auf die sie stoßen, im Laufe der Zeit verändern können.
Am Klosterneuburger Institut ist Künstliche Intelligenz auch eng mit anderen Forschungsbereichen verknüpft. Dazu gehört experimentell orientierte KI für die Vorhersage von Proteinstrukturen. In diesem Bereich hat Alex Bronstein in Zusammenarbeit mit Paul Schanda eine Methode entwickelt, um das AlphaFold3-KI-Modell so zu "steuern”, dass es mit experimentellen Daten übereinstimmt.
Wissenschafterin Monika Henzinger arbeitet derweil am datenschutzkonformen Training großer Sprachmodelle, während Marco Mondelli und seine Gruppe strenge Methoden entwickelt haben, um riesige Datensätze zu nutzen und komplexe Inferenzprobleme zu lösen.
Dank Camps Spende werden diese und andere ISTA-Forschende weiterhin zu einer KI-Forschung beitragen, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch sozial verantwortlich ist.
"Niederösterreich hat sich von einem weißen Fleck auf der Wissenschaftslandkarte zum Hotspot von Wissenschaft, Forschung und Innovation entwickelt."
Landeshauptfrau
Für die Landeshauptfrau ist die Spende des Uber-Mitbegründers "ein weiterer Beweis dafür, dass die exzellente Arbeit der Forscherinnen und Forscher am ISTA weltweite Anerkennung erfährt“. Niederösterreich habe sich von einem weißen Fleck auf der Wissenschaftslandkarte "zum Hotspot von Wissenschaft, Forschung und Innovation“ entwickelt, so Mikl-Leitner.
"Mission Nobelpreis": Weiter in Foschung und Wissenschaft investieren
Mit der "Mission Nobelpreis“ wolle man weiter konsequent in Forschung und Wissenschaft investieren: "Nicht, um irgendwann eine Medaille ins Regal stellen zu können, sondern um die besten Rahmenbedingungen für die besten Köpfe zu schaffen“. Denn "nur dort, wo Wissenschaft und Forschung sind, siedeln sich moderne Betriebe an und entstehen die Arbeitsplätze der Zukunft“, ist sie überzeugt.
Der auch für die Wissenschaft in Niederösterreich zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreter Pernkopf betont: "Investitionen in Wissenschaft und Forschung sind ein Weg um Niederösterreich wieder an die Spitze zu bringen." Die großzügige Spende helfe vor allem, Künstliche Intelligenz zum Wohl der Gesellschaft einzusetzen.
NÖ strebt Themenführerschaft an
"Das passt gut zu unserem Schwerpunkt, den ich in diesem Bereich in der niederösterreichischen Wissenschaft bereits gesetzt habe und in den wir sechs Millionen Euro investiert haben", betont Pernkopf. KI dürfe nicht nur den USA und China überlassen werden: "Wir brauchen selbst Themenführerschaft, für die Sicherheit, für Innovation und als Hilfe, nicht Hürde!“
Kommentare