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Erster KI-Leitfaden für Niederösterreich präsentiert

Mittels Künstlicher Intelligenz möchte das Land die Verwaltung verschlanken, die Wirtschaft stärken und dabei die gesamte Bevölkerung mitnehmen.
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Wie europäische Länder mit Künstlicher Intelligenz verantwortungsvoll umgehen, wie sie die technischen Möglichkeiten nutzen und gleichzeitig Risiken minimieren, regelt der AI Act. Die Verordnung trat 2024 in Kraft und bildet seither den verbindlichen Rechtsrahmen für den Einsatz von KI innerhalb der Europäischen Union.

An welchen Leitlinien sich zudem in Niederösterreich orientiert werden soll, war am Dienstag Thema einer Pressekonferenz. Im St. Pöltner Regierungsviertel präsentierte Landeshauptfrau Johanna Mikl‑Leitner (ÖVP) die erste niederösterreichische Strategie für Künstliche Intelligenz. Es brauche mehr Orientierung, digitale Kompetenzen und klare Spielregeln, so die Politikerin.

KI sei in Niederösterreich bereits Alltag, wie Mikl-Leitner ausführte. So würden etwa 39 Prozent der Menschen im Land KI‑Anwendungen nutzen, etwa ein Drittel der Bevölkerung im beruflichen Umfeld. Die Strategie ist als Handlauf für das gesamte Bundesland gedacht - von der Bevölkerung, den Gemeinden und Bezirken bis hin zur Wirtschaft.

KI und Gutachten

Auch in der Landesverwaltung soll KI künftig eine zentrale Rolle einnehmen, etwa in der Abwicklung von Sachverständigengutachten. Zudem befinde sich ein Bürgerservice‑Chatbot in Vorbereitung. Gleichzeitig möchte das Land durch den Einsatz neuer Technologien Personal einsparen, ohne Abstriche bei der Qualität. Die Landeshauptfrau wies an dieser Stelle darauf hin, dass ab 2027 jede dritte frei werdende Stelle im Landesdienst sowie in ausgelagerten Landesgesellschaften nicht nachbesetzt wird – womit 120 Posten wegfallen werden.

Den Mitarbeitenden stehe eine landesinterne KI zur Verfügung. Insbesondere im Bereich Gutachten gebe es Verwendung für KI‑Tools, so Mikl‑Leitner. Bei Raumplanungsgutachten sei diese bereits in Verwendung. Die Verantwortung bleibe jedoch stets bei den Mitarbeitenden.

Acht Leitlinien, drei Schwerpunkte

Der KI‑Leitfaden ist eine Weiterentwicklung der 2018 präsentierten Digitalisierungsstrategie. Aktuell bestehen acht Leitlinien, die jährlich evaluiert und angepasst werden sollen. Dafür zuständig ist ein Advisory Board, bestehend aus zwölf interdisziplinären Expertinnen und Experten – darunter Michael Bartz von der IMC Krems und Unternehmerin Carina Zehetmaier. Bartz betonte die positiven Effekte von KI auf die Wirtschaft, mit Blick auf die Produktivität, Profitabilität und Innovation. Zehetmaier begrüßte Maßnahmen, „um die gesamte Bevölkerung von Jung bis Alt mitzunehmen“.

Digitalisierung dürfe keine Frage des Wohnortes oder des Alters sein, wies die Landeshauptfrau auf ein zentrales Prinzip hin. Allgemein seien momentan drei Schwerpunkte geplant: Im Bereich Tourismus und Gastronomie soll durch den Einsatz von KI die Effizienz insbesondere im Backoffice gestärkt werden. Zudem sind Schulungen für Seniorinnen sowie Senioren und Initiativen für Frauen geplant.

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