Das "Gesicht" wurde 1983 von Adolf Frohner gezeichnet

© Christian Redtenbacher

Chronik Niederösterreich Krems
05/25/2021

Tourismuskritik und Kunst aus Gugging auf der Kunstmeile Krems

Im Forum Frohner und in der Landesgalerie Niederösterreich werden zwei neue Ausstellungen gezeigt.

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Seit letzter Woche können unter Einhaltung der Corona-Sicherheitsregeln zwei neue Ausstellungen auf der Kunstmeile Krems besucht werden. „Adi und Art brut“ wird im Forum Frohner und „We Are Everywhere. The Cliffhanger Collection“ des Künstlerkollektivs Steinbrener/Dempf & Huber in der Landesgalerie Niederösterreich gezeigt.

Die Kunst gesellschaftlicher Außenseiter

Die Art brut wurde in den 1940er Jahren von Jean Dubuffet als eine rohe und unbeeinflusste Kunst, die von bürgerlichen Zwängen und Prestigedruck befreit ist, begründet. Der Sammelbegriff bezeichnet autodidaktische Kunst unter anderem von Menschen mit psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung. In Österreich setzte die Beschäftigung mit der Kunstform in den 1970er-Jahren ein. Sowohl die Künstlerinnen und Künstler aus Gugging im Bezirk Tulln als auch Künstler wie Arnulf Rainer und Adolf Frohner gehören dazu.

Die Ausstellung „Adi und Art brut“ im Forum Frohner behandelt den künstlerischen Dialog zwischen Adolf Frohner und den Guggingern. Sie spannt den Bogen von Schlüsselwerken der Gugginger Klassiker über die zweite Generation hin zu Frohners grafischen und malerischen Werken aus den 1980er- und 1990er-Jahren. In der Ausstellung vertreten sind prominente Gugginger wie August Walla, Johann Hauser oder Johann Garber.

„Die Art brut war für Adolf Frohner ein zentraler Impuls, er entdeckte die Qualität der Künstler aus Gugging in ihrem unmittelbaren Zugang zur Kunst abseits konventioneller Definitionen. Frohner setzte sich dafür ein, dass die zunächst unbeachtete Kunst aus Gugging öffentliche Anerkennung erfuhr. Insofern ist die Geschichte der Bewertung von Kunst Thema der Ausstellung“, so Elisabeth Voggeneder, künstlerische Direktorin des Forum Frohner.

Selbstdarstellungs- und Tourismuskritik

In der Landesgalerie Niederösterreich thematisiert das Künstlerkollektiv Steinbrener/Dempf & Huber die Kritik am Massentourismus und am Phänomen des Selfies (Selbstportraits). Die Installationen der Ausstellung „We Are Everywhere. The Cliffhanger Collection“ bieten die Möglichkeit, via Selfie um die Welt zu reisen. Sie führen an die Abgründe des Tourismus und der Verwüstungen, die durch das kollektive Reisen verursacht werden. Die Besucherinnen und Besucher werden selbst Teil des Geschehens.

"We are Everywhere" beschäftigt sich mit der Kritik am Massentourismus und an Selfies.

Die Installationen der Ausstellung bieten die Möglichkeit via Selfie um die Welt zu reisen.

Die Ausstellung des Künstlerkollektivs Steinbrener/Dempf & Huber ist in der Landesgalerie Niederösterreich zu sehen.

„Das Selfie ist mittlerweile die quantitativ bildgewaltigste Gattung aller Zeiten und so verwundert es, dass es in der bildenden Kunst nicht in größerem Ausmaß thematisiert wird“, so das Künstlertrio über ihre Inspiration.

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