© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Niederösterreich Krems
07/01/2021

Gastronomie in NÖ sucht händeringend Personal

Nach der Pandemie bedroht der Mangel an Arbeitskräften nun Existenzen in der Gastronomie.

von Sophie Seeböck

Der KURIER berichtet verstärkt aus Krems und der Region Wachau. Wenn Sie über alle wichtigen Themen in der Region informiert bleiben wollen, dann können Sie sich hier oder am Ende des Artikels für den wöchentlichen Newsletter "Nur in Krems" anmelden.

Auf der schattigen Terrasse des Gasthofs und Restaurants Klinglhuber in Krems in der Wachau sind die Stühle nur angelehnt, zwischen den Tischen wuseln keine eifrigen Kellner, um alles für das bevorstehende Mittagsgeschäft vorzubereiten.

Traditionswirtshaus schließt wegen fehlendem Personal

Nicht etwa, weil dem Traditionswirtshaus die Gäste fehlen oder eine coronabedingte Zwangspause ansteht, sondern weil es an Arbeitskräften zur Bewirtung fehlt, wie Chefin Astrid Klinglhuber-Berger erklärt: „Wir waren schon während Corona auf der Suche nach neuem Personal und auch nach der Wiedereröffnung noch. Da sich niemand gefunden hat, haben wir nun die persönlich die Entscheidung getroffen unser À-la-carte-Restaurant bis auf Weiteres zu schließen“, so die Gastronomin.

Wann mit einer Wiederöffnung zu rechnen ist, kann sie noch nicht sagen. Der Hotel-, sowie der Seminarbetrieb des Hauses laufe aber ganz normal weiter.

Neu ist der Mangel an Arbeitskräften für die Wirtin nicht: „Auch vor der Pandemie hatten wir immer wieder mit fehlendem Personal zu kämpfen, aber nicht so massiv“, so Klinglhuber-Berger. Aus eigener Kraft hätte man den Personalmangel nicht mehr kompensieren können.

Anfragen von Kollegen

Tragisches Einzelschicksal ist der Fall des Hotel Gasthofs Klinglhuber definitiv keiner . Nachdem die vorübergehende Schließung publik wurde, hätten sich laut Klinglhuber-Berger einige Kollegen mit der Frage „was nun mit den Mitarbeitern passiert“ bei ihr gemeldet. „Sie dürften also auch Verstärkung suchen“, kommentierte sie die Anrufe.

Gastronomie-Personal suche man in ganz Niederösterreich, wie Mario Pulker, Obmann des Fachverbands für Gastronomie in der Wirtschaftskammer NÖ, weiß. „Der Mitarbeitermangel ist kein Trend mehr, sondern bittere Wahrheit“, so Pulker, der unweit vom Hotel Gasthof Klinglhuber selbst ein Hotel und Restaurant in Aggsbach-Dorf (Bezirk Krems) betreibt.

Pandemie dünnte aus

Die Pandemie habe laut ihm die ohnehin schon maue Mitarbeiterschicht noch weiter ausgedünnt. „Viele Mitarbeiter waren nach der Sommersaison nicht in Kurzarbeit, sondern de facto arbeitslos, da sie die Wintersaison noch nicht angetreten hatten“, erklärt er. Anstatt untätig auf die nächste Saison zu warten, sattelten die Fachkräfte zum Teil um.

„Die Gastronomie hat viele Kräfte an andere Branchen verloren“, zieht Pulker eine traurige Bilanz. „Unsere Mitarbeiter sind in der Industrie, vor allem aber auch in der Versicherungs- und Bankenbranche beliebt, weil sie den Kundenkontakt gewohnt sind.“

Neben der unsicheren Joblage sei die berufliche Umorientierung vieler aber auch einem eigenen Umdenken geschuldet. So lasse laut Pulker die Arbeitsmotivation momentan zu wünschen übrig. „Ich suche selbst gerade Mitarbeiter. Zwölf Bewerber waren zu einem Vorstellungsgespräch angemeldet, erschienen ist kein einziger“, so der Gastronom. An vermeintlich schlechten Arbeitskonditionen liege das in seinem Betrieb nicht.

Arbeitslose und Mitarbeiter aus Drittländern mobilisieren

Er fordert einen „rigoroseren Einsatz“ von Arbeitslosen der Branche. „Ist im Nachbarort eine Stelle frei, sollte der Jobsuchende dort auch hingeschickt werden“, so Pulker.

Um den Personalmangel momentan zu bremsen, sei man nun auf Mitarbeiter aus Drittländern angewiesen. „Da müssen wir jetzt den Hahn aufdrehen“, so der Obmann.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.