KPÖ landet vor Neos, beide im Gemeinderat
Es war knapp, und zwar für beide kleinen Fraktionen. Und das den ganzen Wahlsonntag über. Am Schluss freuen sich beide über den Einzug in den St. Pöltner Gemeinderat. Und Neos-Spitzenkandidat Bernd Pinzer kann dabei verschmerzen, knapp hinter der KPÖ gelandet zu sein.
"Wir sind als völlig unbekanntes Team in den Wahlkampf gestartet", ist Pinzer bei der Präsentation des vorläufigen Endergebnisses ein Stein vom Herzen gefallen. Was für ihn jetzt gar nicht infrage kommt: Gespräche über eine Koalition an der SPÖ vorbei. "Damit setze ich mich nicht auseinander. Heute gehe ich feiern, ab morgen werden wir Gespräche mit anderen Kräften führen, um an einer prosperierenden Zukunft der Stadt zu arbeiten."
Dabei werde vor allem über inhaltliche Themen gesprochen, nicht über Positionen. Dass Stadler Bürgermeister bleiben will, "verstehe ich", sagt Pinzer, der einen leichten Verlust von 3,2 auf 2,72 Prozent hinnehmen musste.
Bernd Pinzer ist trotz des leichten Verlusts zufrieden.
KPÖ im Gemeinderat
Fast euphorisch zeigte sich KPÖ-Spitzenkandidat Max Zirngast an diesem Wahlsonntag, auch wenn Ergebnisse wie in Graz oder Salzburg in weiter Ferne liegen. Während in Graz die KPÖ die Bürgermeisterin und in Salzburg den Vizebürgermeister stellt, hat es Zirngast gerade einmal mit einem Mandat in den Gemeinderat geschafft. Erstmals seit den 1980er-Jahren ist damit die KPÖ wieder im St. Pöltner Gemeindeparlament vertreten, sie landete mit 3,82 Prozent knapp vor den Neos.
Er ist froh, dass die absolute Mehrheit der SPÖ gebrochen werden konnte, mit dem frischen Wind will er auch eine frische Politik im Gemeinderat einbringen, sagt Zirngast: "Die Wählerinnen wollen mehr soziale Politik, die werden wir machen." Und das, wie versprochen, als Opposition, versichert er. "Man hat in der Stadt gemerkt, dass die Leute unzufrieden waren", weiß Zirngast, "die SPÖ hat einfach nicht mehr zugehört. Das ist das Ergebnis." Dass Matthias Stadler nicht zurücktritt, "ist mir wurscht".
Die große Unbekannte im Wahlkampf war die Liste LMG von Ibrahim Eroglu. Der Kandidat ist auch beim St. Pöltner Wahlvolk nicht angekommen. Das vorläufige Endergebnis sieht ihn bei 0,13 Prozent der Stimmen.
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