"Die Krise ist zu Ende": Wasser aus Thaya ist nach Gülleunfall wieder trinkbar

Wasserwerk Hardegg
Hardegg im Bezirk Hollabrunn kann sein Trinkwasser wieder aus der Thaya beziehen. Die Laborergebnisse zeigten: Alle Werte sind in Ordnung.

"Wir schauen gut aus", sagt Hardeggs (Bezirk Hollabrunn) Bürgermeister Fritz Schechtner (ÖVP) Freitagmittag im KURIER-Gespräch. Denn die Pumpen liefen da seit einer Stunde wieder. Das bedeutet: Das Wasser der Thaya darf wieder als Trinkwasser genutzt werden.

Wie berichtet, ereignete sich am 19. Jänner ein Unfall im tschechischen Ort Podmyče (Gemeinde Vranov), bei dem 3.000 Kubikmeter Rindergülle über eine Nebenbach in die Thaya gelangten. Jenen Fluss, der die kleinste Stadt Österreichs - Hardegg - und Teile der Gemeinde Weitersfeld (Bezirk Horn) mit Trinkwasser versorgt. Die Brunnen wurden sofort gesperrt. Die Feuerwehren waren seitdem unermüdlich im Einsatz, um die Hochbehälter mit EVN-Wasser zu füllen. So war die Trinkwasserversorgung für die rund 3.500 Personen nie gefährdet. 

Wasser ist wieder trinkbar

Am Freitag bestätigten die Laborergebnisse, dass das Wasser ohne Bedenken verwendet werden kann. "Die Feuerwehreinsätze sind damit beendet, auch der Krisenstab am Gemeindeamt wurde aufgelöst. Die Krise ist vorbei", freut sich der Stadtchef.

Feuerwehr Hardegg

Hardeggs Feuerwehrkommandant Heinrich Löschnig (l.) und Bürgermeister Fritz Schechtner beim Hardegger Wasserwerk.

Krise beendet, Nacharbeiten beginnen

Doch jetzt beginnen die Nacharbeiten. Denn pro Tag wurden im betroffenen Gebiet etwa 500.000 Liter Wasser verbraucht, Wasser, das die Gemeinde bezahlen wird müssen. "Wir haben am Nachmittag ein Gespräch mit den Verantwortlichen", ist Schechtner bereits dabei abzuklären, ob der Betrieb in Tschechien versichert ist und Kosten übernehmen kann. Er betont: "Bisher war die Zusammenarbeit mit den tschechischen Behörden sehr gut."

"Dass die Wasserversorgung trotz der Unterbrechung zu jedem Zeitpunkt aufrechterhalten werden konnte, ist das Ergebnis eines außergewöhnlich koordinierten Einsatzes“, lobt Landesrat Sven Hergovich (SPÖ), der für Wasserrecht zuständig ist, die Einsatzkräfte, die Tag und Nacht gearbeitet haben.

Versorgung war stets garantiert

Feuerwehren aus ganz Niederösterreich, vor allem aber aus den Bezirken Hollabrunn und Horn transportieren über Tage hinweg ununterbrochen Wasser und stellten damit die Grundversorgung der Haushalte sicher. 

"Der Einsatz zeigt, dass im Ernstfall alle Ebenen rasch und verlässlich zusammenarbeiten. Genau dieses Zusammenspiel von Einsatzorganisationen, Behörden, Gemeinden und regionaler Wirtschaft garantiert Versorgungssicherheit auch in Ausnahmesituationen", so der Landesrat, der seinen Büromitarbeiter Patrick Eber, der im Bezirk lebt, mit einer Stärkung zu den Feuerwehrleuten nach Felling, einer Katastralgemeinde von Hardegg, zum Wasserwerk schickte. 

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