Musical der Sonderschule: Bühnenprojekt stärkt Selbstbewusstsein

Es war ein großes Gemeinschaftsprojekt, das die Hollabrunner Sonderschule mit dem Musical "Gemeinsam sind wir stark" auf die Beine gestellt hat.
Musical ASO Hollabrunn

Mit einem riesengroßen Lächeln im Gesicht stehen die jungen Schauspieler auf der Bühne des Hollabrunner Schulcampus und genießen den Applaus, der nur ihnen gilt. "Gemeinsam sind wir stark!" heißt das Musical, das die Schüler der Allgemeinen Sonderschule Hollabrunn (ASO) erfolgreich aufgeführt haben.

"Wir haben ein Jahr geprobt", erzählt Susanne Nowak, wie viel Arbeit und Herzblut in diesem Projekt stecken. Die Kinder, die auf der Bühne standen, haben sich alle freiwillig gemeldet. So viele Sprechrollen waren im Original-Text gar nicht vorgesehen. Doch Nowak und Judith Leeb, die die Leitung übernommen hat, haben umgeschrieben und Texte der einzelnen Rollen verkürzt. Denn wichtig war: "Jeder, der wollte, durfte mitmachen."

Gemeinsam musiziert, dann kam das Musical

Immer wieder wurden in der Sonderschule schon Aufführungen einstudiert, allerdings im kleineren Rahmen. Der Umzug in den neuen Schulcampus brachte mehr Platz, so musizierten mehrere Klassen im Musikunterricht gemeinsam. "Es ist für die Kinder einfach lustiger und Bewegung ist ja auch sehr wichtig", erzählt Nowak. Und so entstand dann die Idee, ein Musical aufzuführen.

Musical ASO Hollabrunn

Jeder der wollte, bekam eine Sprechrolle beim Musical der Hollabrunner Sonderschule  - und es wollten viele.

"Unsere Kinder werden oft unterschätzt. Aber wenn man ihnen etwas zutraut, dann läuft es auch gut. Sie können einiges, wenn man sie fordert", erzählt die Pädagogin. Die Mädchen und Burschen blühen auf der Bühne auf, sobald sie merken, welche Wirkung sie aufs Publikum haben. 

Musical ASO Hollabrunn

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Musical ASO Hollabrunn

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Doch die ASO gibt ihnen mit diesem großen Projekt - auf der Bühne stehen Schüler von sechs bis 17 Jahren, aus sieben Klassen mit vier unterschiedlichen Lehrplänen - die Chance, zu zeigen, was sie schaffen können. "Dadurch trauen sich die Kinder mehr zu", weiß Fürst. Den Eltern werde so ebenfalls gezeigt, was ihr Kind alles kann.

Das Musical zeige für die Direktorin klar, wie wichtig Sonderschulen sind. Regelmäßig werde infrage gestellt, ob dieser Schultyp noch gebraucht wird. Für Fürst und ihr Team ist die Antwort ein klares Ja. "In einer inklusiven Volksschule kommen Kinder wie unsere nicht dazu, einmal auf der Bühne zu stehen", weiß Fürst. Denn da muss es oft schneller gehen und es kommen nur jene Kinder zum Zug, die rasch lernen. 

Charakter der Kinder passt zur Rolle auf der Bühne

Dass jeder Schüler die Rolle bekommt, die zu ihm passt, war Nowak und Leeb wichtig: "Wir haben geschaut, wie der Charakter und das Naturell der Kinder mit den Rollen zusammenpassen." Darum wurde der erste Plan auch über den Haufen geworfen, wie die Sonderschulpädagogin schmunzelnd erzählt: Noch vor den Sommerferien hatten sie und Leeb ein Stück ausgesucht. Im neuen Schuljahr war dann klar: "Das Stück und die Schüler passen überhaupt nicht zusammen." Also wurde "Gemeinsam sind wir stark!" ausgewählt.

Musical ASO Hollabrunn

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Musical ASO Hollabrunn

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"Das passt so gut zu unserer Schule", ist die Direktorin begeistert. Die Schüler und ihre Bedürfnisse sind sehr vielfältig. Trotzdem funktioniert das gemeinsame Musical. "Viele Kinder mit erhöhtem Förderbedarf haben eine Sprechrolle und müssen viel Text lernen. Das ist eine gewaltige Leistung", weiß Nowak. 

Heuer wird sogar in Gebärdensprache übersetzt

Da erstmals eine gehörlose Schülerin dabei ist, wird heuer sogar in Gebärdensprache übersetzt. "Bei den Liedern gebärden alle in unterstützender Kommunikation mit, Schauspieler und Chor", berichtet die Pädagogin. "Die Kinder sprechen gut darauf an. Außerdem ist es sehr belebend, sonst weiß man meistens eh nicht, was man mit den Händen machen soll", beobachtete die Direktorin.

Nicht nur die Schüler sind bei den Proben zusammengewachsen, sondern auch die Lehrer und Schulassistenten. "Das Bühnenbild habe ich mit der 3a im Werkunterricht gemacht", schildert Nowak. Eine andere Klasse hat die T-Shirts der "Bunten Bande" mit Batik-Technik verziert. "Es ist sehr bereichernd und ein tolles Gemeinschaftsprojekt", lautet das Fazit von Susanne Nowak. 

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