"330 Schicksale": Werk-Aus in NÖ sorgt für heftige Polit-Debatte
Nemak plant Werksschließung.
Die angekündigte Schließung des Nemak-Werks in Herzogenburg (Bezirk St. Pölten) und der Verlust von rund 330 Arbeitsplätzen sorgen für massive politische Reaktionen in Niederösterreich.
„Angespannte Zeiten“
Für den SPÖ-Landtagsabgeordneten René Pfister ist der Schritt ein schwerer Einschnitt für die gesamte Region. „Hier geht es um 330 Schicksale – um Familien, die vor einer völlig ungewissen Zukunft stehen“, so Pfister. Auch für die Stadtgemeinde bedeute die Schließung erhebliche finanzielle Einbußen durch den Wegfall der Kommunalsteuer – eine zusätzliche Belastung in wirtschaftlich ohnehin angespannten Zeiten.
Scharfe Kritik übt Pfister an der Landesregierung aus ÖVP und FPÖ. Diese habe die Entwicklung nicht verhindert und den Wirtschaftsstandort nicht ausreichend gestärkt. Stattdessen brauche es nun rasch Maßnahmen zur Absicherung von Beschäftigten und zur Zukunftssicherung der Industrie.
Ebenso kritisiert Pfister FPÖ-Landesvize Udo Landbauer, der am Mittwoch im Zusammenhang mit dem Job-Kahlschlag Folgendes sagte: „Der Niedergang der Auto- und Zulieferindustrie ist die direkte Folge des Green Deal der EU und einer Bundesregierung, die diesen selbstzerstörerischen Weg auch noch befeuert. Was als Klima- und Energiewende verkauft wird, bedeutet in Wahrheit die Zerstörung von Arbeitsplätzen, Wertschöpfung und Wohlstand in Österreich und diesmal ganz konkret in Niederösterreich. 330 Menschen müssen jetzt für diesen Irrsinn mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes bezahlen.“
Gezielte Umschulungen
Es sei falsch, so Pfister, die Situation für parteipolitische Schuldzuweisungen zu nutzen, so der SPÖ-Politiker. Konkret fordert er die Einführung eines niederösterreichischen Industriefonds, der Unternehmen bei der Transformation hin zu klimafreundlicher Produktion unterstützen und Investitionen in neue Branchen erleichtern soll.
Gleichzeitig müssten betroffene Arbeitnehmer durch gezielte Umschulungen und Weiterbildungsprogramme abgesichert werden.
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