"Unglaubliche Leistung": Feuerwehren beförderten 4,2 Millionen Liter Wasser

Trinkwasserversorgung Hardegg
Um Hardegg im Bezirk Hollabrunn mit Trinkwasser zu versorgen, war die Feuerwehr fast im Dauereinsatz, bis es am 30. Jänner grünes Licht für das Wasser aus der Thaya gab.

Zusammenfassung

  • Nach einem Gülleunfall in Tschechien transportierten über 20 Feuerwehren in knapp zwei Wochen 4,2 Millionen Liter Trinkwasser nach Hardegg, um die Versorgung von rund 1.300 Haushalten sicherzustellen.
  • Der Einsatz erfolgte unter schwierigen Bedingungen wie eisigen Temperaturen, schmalen und vereisten Zufahrtswegen sowie im Schichtbetrieb rund um die Uhr.
  • Nach Freigabe durch das Labor konnte die Trinkwasserversorgung wiederhergestellt werden, wobei die Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen besonders hervorgehoben wurde.

Es war ein Einsatz im Bezirk Hollabrunn, der knapp zwei Wochen dauern sollte und mehr als 20 Feuerwehren forderte: Ins Hardegger Wasserwerk, welches im Wald in der Katastralgemeinde Felling liegt, musste Trinkwasser transportiert werden, um die Versorgung von etwa 1.300 Haushalten sicherzustellen.

Feuerwehr sprang als Trinkwasser-Lieferant ein

Wie berichtet, wurde das Wasser der Thaya am 19. Jänner durch einen Gülleunfall in Tschechien, in Podmyče (Gemeinde Vranov), mit 3 Million Liter Rindergülle verunreinigt. Die Stadtgemeinde Hardegg sperrte die Brunnen, in die das Thayawasser fließt, sofort - und die Feuerwehr sprang an. Am Freitag (30. Jänner) kam grünes Licht aus dem Labor: Dem Fluss darf wieder Trinkwasser entnommen werden.

4,2 Millionen Liter Wasser transportiert

Die Bilanz der Feuerwehr: 4,2 Millionen Liter Wasser wurden in den knapp zwei Wochen durch die Feuerwehren bewegt. Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Reinhard Scheichenberger war Einsatzleiter vor Ort: "Am ersten Tag sind wir alle noch von einem zwei- bis dreitägigen Einsatz ausgegangen. Dass wir nun fast zwei Wochen lang Trinkwasser transportieren, teilweise nachts und im Schichtbetrieb, hätte ich nicht erwartet." Sein Dank gilt den eingesetzten Kräften und Partnerorganisationen: "Das war eine unglaubliche Leistung.“

Trinkwasserversorgung Hardegg

Trinkwasserversorgung Hardegg

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In enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden wurde umgehend der Bezirksführungsstab der Feuerwehr aktiviert und eine Einsatzleitung vor Ort eingerichtet. Nachdem der Brunnen außer Betrieb war, wurde ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen und Wechselladefahrzeugen mit Wassertanks eingerichtet, um die Versorgung für rund 3.500 betroffenen Personen sicherzustellen.

"Zeitweise transportierten die eingesetzten Feuerwehren bis zu 60.000 Liter Trinkwasser pro Stunde, um den Hochbehälter in Felling kontinuierlich zu befüllen", heißt es in einer Aussendung des Bezirksfeuerwehrkommandos (BFKDO) Hollabrunn.

Das war alles andere als einfach: Der Waldweg, der zum Wasserwerk führt, ist sehr schmal und war nicht befestigt. "Die Temperaturen von bis zu minus 10 Grad, vereiste und verschneite Zufahrtswege sowie Fahrten bei Nacht stellten Mensch und Material vor enorme Herausforderungen", schildert Wolfgang Thürr, Sprecher des BFKDOs. Teilweise wurde im Drei-Schicht-Betrieb und rund um die Uhr gearbeitet, um die Versorgung sicherzustellen. 

Kräfte aus ganz Niederösterreich waren in Hardegg

"Um Personal und Material zu schonen, haben wir im weiteren Verlauf Kräfte aus ganz Niederösterreich eingebunden. Das ist gelebte Solidarität und zeigt eindrucksvoll die Stärke des Feuerwehrsystems in Niederösterreich", beschreibt Bezirksfeuerwehrkommandant Alois Zaussinger die Lage.

Im Bezirksführungsstab waren insbesondere Markus Zahlbrecht und Matthias Widl mit der Einsatzkoordination betraut: "Der Füllstand des Hochbehälters wurde laufend überwacht. Teilweise mussten wir sehr kurzfristig zusätzliche Kräfte organisieren, um die Versorgung jederzeit sicherzustellen.“

Regelmäßige Geruchs- und Geschmackstests

Bezirkshauptmann Karl-Josef Weiss würdigte den Einsatz in Hardegg: "Wir wissen ganz genau, was wir an unseren Feuerwehren haben – auf sie ist in jeder Lage Verlass.“

Parallel zu den Fahrten der Feuerwehren fanden tägliche Lagebesprechungen, häufig direkt im Zusammenhang mit den laufenden Wasseranalysen, statt. Neben Laborwerten wurden auch regelmäßig Geruchs- und Geschmackstests durchgeführt - jedenfalls bis am vergangenen Freitag die Freigabe aus dem Labor kam.

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