Christiane Teschl-Hofmeister, Landesobfrau des NÖAAB und NÖAK-Vizepräsident Josef Hager

© NÖAAB

Chronik Niederösterreich
06/21/2021

Fachkräftemangel: „Gute Noten dürfen nicht gegen Lehre sprechen“

NÖAAB will Reformen im Lehrlingswesen und fordert Imagepolitur

von Wolfgang Atzenhofer

„Wir brauchen jede Fachkraft, wie einen Bissen Brot.“ Mehr Wertschätzung der Lehre und eine Anpassung der Lehrpläne, wie sie der Nationalrat für Schulen vorgenommen hat, seien wichtige Punkte im Kampf gegen den Facharbeitermangel, fordert NÖAAB-Landesobfrau Christiane Teschl-Hofmeister. Erst vergangenen Donnerstag wiesen ÖVP und Neos im Landtag einen SPÖ-Antrag zu mehr Unterstützung Jugendlicher am Lehrstellenmarkt ab. Nun geht der ÖVP-Arbeitnehmerflügel mit einer Reihe von Forderungen und Ideen aber selbst in die Offensive.

Trotz zahlreicher wirksamer Initiativen des Landes, die Lehrlingen den beruflichen Aufstieg erleichtern sollen, müssten die Rahmenbedingungen weiter verändert werden, fordert Teschl-Hofmeister. Dabei erteilt sie sich auch gleich selbst in ihrer Funktion als Bildungslandesrätin Aufträge. Durch Aufklärung und früherer Berufsorientierung in der Volksschule müssten Kinder wieder mehr Verständnis für handwerkliche Berufe bekommen, verlangt sie. Es dürfe kein Tabu für Einser-Schüler geben, einen Lehrberuf zu ergreifen. Die Aufklärung der Eltern, auch mit dem Hinweis auf die mittlerweile bestens ausgerüsteten Polytechnischen Schulen, sei dabei besonders wichtig.

Neue Lehrberufe

Im Forderungskatalog, den Teschl-Hofmeister mit NÖAAB- und NÖAK-Vizepräsident Josef Hager vorlegt, finden sich eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen und Anpassungen des Lehrlingswesens an den modernen Arbeitsmarkt. Man sieht Informationsbedarf für neue moderne Lehren, wie den Event-Fachmann, Steuerassistent oder den Assistent in der Sicherheitsverwaltung, weiters würde sie sich eine Begabtenförderung in den Berufsschulen wünschen. Im bewährten dualen Ausbildungssystem sollte es trotzdem modulare Ausbildungsschritte geben, die verhindern, dass jene, die die Lehre abbrechen nicht mit leeren Händen dastehen und am Arbeitsmarkt Ausbildungen vorweisen können.

Hager regt an, kleinen Betrieben zu helfen, zu Lehrlingen zu kommen, indem die Hürden für Berechtigung zur Lehrlingsausbildung gesenkt werden. Auf seiner Homepage (noeaab.at) startet der NÖAAB nun eine Plattform, auf der Lehrlinge ihre Berufe vorstellen sollen.

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