Wahl in St. Pölten: Blauer Höhenflug trifft auf die rote Bastion

Martin Antauer FPÖ
Die Freiheitlichen wollen in der Landeshauptstadt regieren, auch die Grünen sehen SPÖ-Absolute wackeln.

Während sich Samstagabend St. Pölten in eine weiße Winterlandschaft verwandelt, geht es im fast vollen Kulturhaus Wagram hoch her. 

Mit Livemusik, Bier und Würstel starteten die Freiheitlichen in den Gemeinderatswahlkampf. Die Stimmung ist gut, man weiß um den Höhenflug der Blauen, der sich am 25. Jänner auch in der Landeshauptstadt in Mandaten niederschlagen soll.

„Er kann es“, ruft Landesvize Udo Landbauer jenem Mann zu, der, so zeigt sich Landbauer überzeugt, St. Pölten künftig regieren soll. Martin Antauer, blauer Landesrat, soll es in der Hauptstadt richten und Bürgermeister werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, müsste aber schon fast ein blaues Wunder her. Bei der letzten Wahl im Jahr 2021 verlor die FPÖ drei Mandate, damals noch gebeutelt von den Nachwehen der Ibiza-Affäre und schweren Anschuldigungen gegen Vizekanzler Heinz-Christian Strache, jetzt wolle man „die rote Bastion St. Pölten einnehmen“.

"Es wird richtig schwer"

Abseits der Wahlkampftöne zeigt sich so mancher Freiheitliche da schon etwas realistischer. „Bürgermeister Matthias Stadler müsste vier Mandate verlieren, damit die Absolute weg ist. Als es uns nicht gut ging, haben wir drei verloren. Es wird also richtig schwer.“

Antauer verspricht jedenfalls, in St. Pölten „aufräumen zu wollen“ und kritisiert dabei vor allem „Prestigeprojekte der Roten“ wie den Windfänger am Europaplatz um rund eine Million Euro.

„Versiegelungsbremse“

Die Grünen hatten am Freitag ihren Wahlkampf eingeläutet. Für die Öko-Partei zeigte sich Spitzenkandidat Walter Heimerl-Lesnik, der gemeinsam mit Lisa-Maria Koban das Führungsteam bildet, optimistisch. Man sehe eine reale Chance, bei der Wahl deutlich zuzulegen.

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Heimerl-Lesnik ist der grüne Spitzenkandidat.

„Die absolute Mehrheit der SPÖ wackelt – zum Glück“, sagte Heimerl-Lesnik und betonte den Anspruch seiner Partei, künftig stärker an der Gestaltung der Stadt mitzuwirken. St. Pölten brauche wieder Bewegung, derzeit sei vieles „verknöchert“, Entscheidungen würden zu oft ohne Transparenz „in Hinterzimmern“ getroffen.

Am Samstag bekamen die Grünen dann noch Unterstützung von Klubobfrau Leonore Gewessler. Dabei forderten sie eine „Versiegelungsnotbremse“, das „Wachstum in der Stadt müsse wieder auf ein verträgliches Maß reduziert werden“.

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