Sicherheit an Schulen in NÖ: Heftiger Streit um Amok-Training

Die FPÖ wirft der Bildungsdirektion Nachlässigkeit vor, ein Sprecher weist dies zurück. Wirbel um Fehlalarm in St. Pölten.
Helmuth Fiedler vor einer Schule

Gerald Marangoni ist empört. Der Polizist und FPÖ-Gemeinderat, dessen Tochter das Bundesgymnasium Zehnergasse in Wr. Neustadt besucht, ortet in der Bildungsinstitution viel Nachholbedarf, wenn es darum geht, Schüler vor einem Amoklauf zu schützen. 

„Es gibt keine Pläne, wie in diesem Fall vorzugehen ist. Zudem kann jeder in die Schule hineingehen, wann und wie er will“, berichtet er.

Die Schuld sucht Marangoni aber nicht bei den Lehrern oder dem Direktor, sondern nimmt die Bildungsdirektion NÖ in die Pflicht. „Das ist ein Problem, das von oben kommt“, sagt er.

In dieselbe Kerbe schlägt FPÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler. „Es ist absurd: Feueralarm-Übungen zweimal im Jahr, aber Amok-Training null – als hätte es den Amoklauf in Graz niemals gegeben.“

„Pläne wurden aktualisiert“

In der Bildungsdirektion weist man die Vorwürfe zurück. „Selbstverständlich gibt es Krisenpläne, die nach den schrecklichen Vorfällen in Graz auch nochmals aktualisiert wurden“, betont ein Sprecher. Dass keine Amok-Übungen durchgeführt werden, sei auf einen Rat der Polizei zurückzuführen, weil diese „die Jugendlichen zu sehr traumatisieren würden“.

Erst vor ein paar Tagen hatten die Freiheitlichen die Bildungsdirektion kritisiert, nachdem es an der HAK in St. Pölten zu einem Vorfall gekommen war.

Fehlalarm

Aufgrund eines Fehlers gab es dort Amok-Alarm, drei Minuten lang lief eine Durchsage. „Für die betroffenen Jugendlichen gab es daraufhin keine schulpsychologische Betreuung“, berichtet Sicherheitslandesrat Martin Antauer.

„Stimmt ebenfalls nicht“, heißt es aus der Bildungsdirektion. „Zwei Schulpsychologen wären zur Verfügung gestanden, nur hat das Angebot niemand angenommen.“

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