Sicherheitsinitiative in NÖ: "Schulen müssen sichere Orte sein, ohne Angst"
Bildungsdirektor Karl Fritthum, Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Landespolizeidirektor Franz Popp und Michael Lahnsteiner, Mittelschuldirektor in Pottenbrunn (v.l.) beim Gespräch über die neue Sicherheitsinitiative.
"Sicherheit entsteht durch Vorbereitung, klare Zuständigkeiten und Vertrauen", davon ist Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) überzeugt. Und auch davon, dass Schulen zentrale Orte des Lernens, des sozialen Miteinanders und des täglichen Lebens sind. Gerade deshalb kommt dem Thema Sicherheit eine besondere Bedeutung zu, nicht zuletzt in Folge des Amoklaufs in Graz im vergangenen Jahr.
Darum taten sich die Bildungsdirektion und die Landespolizeidirektion zusammen und riefen die Initiative „Gemeinsam lösen wir’s!“ ins Leben. An allen Schulen werden künftig standardisierte polizeiliche Einsatzmappen eingeführt. „Schulen müssen sichere Orte sein, an denen Lernen ohne Angst möglich ist. Mit dieser Initiative setzen wir einen weiteren, gezielten Schritt für den Schutz unserer Kinder und Jugendlichen“, betont Teschl-Hofmeister.
Bessere Vorbereitung stärkt Sicherheitsgefühl
Ziel der Maßnahme ist es, auf mögliche Bedrohungs- und Krisensituationen noch besser vorbereitet zu sein und gleichzeitig das Sicherheitsgefühl in der Schulgemeinschaft nachhaltig zu stärken. Auch wenn es in Niederösterreich bislang bei Drohungen geblieben ist, zeigen aktuelle Entwicklungen und tragische Ereignisse in anderen Regionen, wie wichtig professionelle Vorsorge und klare Abläufe sind. „Mit den Einsatzmappen bündeln wir vorhandene Maßnahmen und entwickeln sie gezielt weiter – für ein Höchstmaß an Schutz im Schulalltag“, so Teschl-Hofmeister.
Landespolizeidirektor Franz Popp, Michael Lahnsteiner, Mittelschuldirektor in Pottenbrunn, Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Karl Fritthum (v.l.) beim Gespräch über die neue Sicherheitsinitiative.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Polizei ist Kernstück der neuen Sicherheitsinitiative. Jede Schule erhält künftig eine fixe Ansprechperson bei der Polizei. Dies werde in den kommenden Wochen Sicherheitsbegehungen der Schulgebäude durchführen. Dabei werden unter anderem Evakuierungswege, Notausgänge, Sammelplätze sowie sicherheitstechnische Einrichtungen erhoben. Diese Infos fließen in die Einsatzmappen.
„Jede Schule hat ihre eigenen baulichen und organisatorischen Besonderheiten. Wenn wir diese bereits im Vorfeld kennen, können wir im Ernstfall schneller, gezielter und sicherer handeln“, erklärt Landespolizeidirektor Franz Popp die Maßnahme.
Die bestehenden schulischen Krisen- und Notfallpläne bleiben unverändert bestehen. Die neuen Einsatzmappen ergänzen diese und dienen ausschließlich der operativen Einsatzvorbereitung der Polizei. Ein Exemplar verbleibt – auch in elektronischer Form – an der jeweiligen Schule. Einmal im Jahr wird sie aktualisiert.
Starkes Zeichen für Prävention
Ein weiterer zentraler Punkt der Initiative sind klare Kommunikations- und Meldewege. Im Falle einer abstrakten Drohung sind die sofortige Verständigung der Polizei sowie die Information an die zuständigen Schulqualitätsmanager vorgesehen. Die externe Kommunikation erfolgt abgestimmt über die Stabsstelle Kommunikation der Bildungsdirektion in enger Zusammenarbeit mit der Polizei.
"Mit der gemeinsamen Sicherheitsinitiative setzen die Bildungsdirektion für Niederösterreich und die Landespolizeidirektion ein starkes Zeichen für Prävention, Verantwortung und Zusammenarbeit. Ziel bleibt klar: Schulen sollen auch in herausfordernden Zeiten sichere, geschützte und vertrauensvolle Orte für junge Menschen sein“, begrüßt Bildungsdirektor Karl Fritthum diese Sicherinitiative ebenso.
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