In Niederöstrerreich sollen Tausende neue Studienplätze entstehen

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41 Millionen Euro werden investiert, der Ruf nach einem Promotionsrecht an Fachhochschulen wird wieder lauter.

Niederösterreich will sich als Hochschul- und Forschungsstandort neu positionieren. Mit der „Hochschulstrategie 2030+“ hat die Landesregierung am Dienstag einen langfristigen Fahrplan präsentiert, der den Ausbau von Studienplätzen, die Stärkung der Forschung und eine stärkere internationale Ausrichtung vorsieht.

ÖVP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte, dass auch in Zeiten knapper Budgets in Wissenschaft und Bildung investiert werden müsse. „Hochschulpolitik ist Zukunftspolitik“, sagte sie bei der Vorstellung der Strategie in der University of Applied Sciences St. Pölten.

Internationale Vernetzung

Das Konzept stützt sich auf sechs recht allgemein gehaltene Leitlinien: Niederösterreich soll ein attraktiver Studienstandort werden, gute Rahmenbedingungen für Studierende schaffen, internationale Vernetzung fördern, die Forschungsleistung steigern, enger mit der Wirtschaft kooperieren und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

Stipendien

Ein Kernpunkt ist der Ausbau des Studienangebots. In den kommenden drei Jahren will das Land rund 41 Millionen Euro investieren, um die Zahl der Fachhochschul-Studienplätze von derzeit rund 13.000 auf 15.000 zu erhöhen. Landesvize Stephan Pernkopf (ÖVP), der für den Bereich Wissenschaft in der Landesregierung zuständig ist, forderte in diesem Zusammenhang klare Zusagen vom Bund: Kürzungen dürfe es in diesem Bereich nicht geben, betonte der Politiker.

Pernkopf erneuerte außerdem die Forderung nach einem eigenen Promotionsrecht für Fachhochschulen – ähnlich wie es in Bayern bereits möglich ist. Dabei gehe es nicht um Konkurrenz zu Universitäten, sondern um eine sinnvolle Ergänzung des Hochschulsystems, sagte der Landesrat.

Das Land setzt zudem auf gezielte Förderungen: Jährlich werden 1.100 Stipendien mit einem Gesamtvolumen von 2,7 Millionen Euro vergeben, insbesondere in den Bereichen Medizin und Gesundheit. Rund 500 Studierende erhalten pro Jahr Unterstützung für Auslandsaufenthalte.

Als Leuchtturmprojekte auf dem Weg in die Bildungszukunft nannte Mikl-Leitner unter anderem den geplanten Europacampus Hainburg (Bezirk Bruck/Leitha), für den Mitte März der Spatenstich erfolgen soll.

In der Grenzregion soll ein internationaler Hochschulstandort entstehen, der Studierende und Forschende über Ländergrenzen hinweg vernetzt.

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