Chronik | Niederösterreich
19.05.2018

Ermittlungen wegen Missbrauchsvorwurf gegen Pfarrer in NÖ

StA-Sprecher: "Geht in Richtung Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses".

Im Fall um den Vorwurf gegen einen Pfarrer, der in den 1990er-Jahren in Niederösterreich eine Minderjährige missbraucht haben soll, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft (StA) Korneuburg. "Es geht in Richtung Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses", bestätigte der Sprecher der StA, Friedrich Köhl, am Samstag Medienberichte. Ermittelt werde gegen den Priester sowie gegen unbekannte Täter.

Der Fall dreht sich um eine Frau, die in den 1990er-Jahren nach einem mehrmonatigen Verhältnis mit dem Geistlichen Zwillinge zur Welt gebracht hat, welche dann zur Adoption freigegeben wurden. Sowohl die Frau als auch die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt erhoben zuletzt massive Vorwürfe gegen den Pfarrer. Dieser soll gegenüber der damals Minderjährigen - sie war demnach seit dem 14. Lebensjahr in einem Schwesternkloster in Hollabrunn untergebracht - schon bei der ersten Beichte übergriffig geworden sein. Die Adoptionsfreigabe soll nicht freiwillig geschehen sein. Außerdem ist von schmerzhaften frauenärztlichen Untersuchungen und möglichen Eizellenentnahmen die Rede.

Der Priester ist inzwischen in Wien tätig. Laut der Tageszeitung "Standard" wurde der Geistliche nach Bekanntwerden der Vorwürfe suspendiert.

Laut Staatsanwaltschaft würden nun die Umstände der Adoptionsfreigabe der Zwillinge untersucht. Auch zu den Umständen der vorgeworfenen Eizellenentnahmen würden Untersuchungen laufen.