Kultiger Reparatur-Shop in St. Pölten: So geht es jetzt weiter
Lisa Maria Wiesmüller führt jetzt Dr. Schnurlibär
Es gibt zum Glück auch noch gute Nachrichten. Sie passieren jedoch eher im Kleinen, abseits der großen Weltlage. Gerade deshalb ist es wichtig, über sie zu berichten.
Im Jahr 2019 besuchte der KURIER Walter Wiesmüller, der in der Schreinergasse in St. Pölten das Geschäft Dr. Schnurlibär eröffnet hatte.
Dabei handelte es sich jedoch nicht um eine Katzenboutique, wie man aufgrund des Namens vielleicht vermuten würde. Wiesmüller bot sich vielmehr als Reparateur für alles Mögliche an: Die Kunden brachten Fernseher, Radios, Kaffeemaschinen, Möbel und vieles mehr vorbei.
Das Geschäft, nur ein paar Quadratmeter groß, war bestens ausgestattet – Werkbank, Lötkolben und Messgeräte waren vor Ort vorhanden.
Nachfolge angetreten
Im Vorjahr entschloss sich Wiesmüller, eine Stelle als Lehrer anzunehmen. Dr. Schnurlibär konnte er daher nicht weiterführen. Man kennt das leider aus vielen Wirtshausbetrieben: Wenn der Chef geht, wird die Nachfolge oft schwierig – vor allem, wenn es sich um einen Familienbetrieb handelt.
Zum Glück hat sich nun seine Tochter, Lisa Maria Wiesmüller, dazu entschieden, gemeinsam mit einem Mitarbeiter, der für die Reparaturen zuständig ist, den Betrieb weiterzuführen. Dafür gab sie ihren Job im Pflegebereich auf.
Es ist ein mutiger Schritt, denn zuletzt lief es bei Dr. Schnurlibär nicht mehr so gut. Das hatte zwei Gründe: Erstens wurde der Reparaturbonus ausgesetzt, und zweitens endet bei vielen Menschen der Anspruch auf Nachhaltigkeit, sobald es ums Geld geht. Steht eine teure Instandsetzung in Aussicht, wird oft lieber ein neues Gerät gekauft – selbst wenn dafür noch ein paar Euro mehr ausgegeben werden müssen.
Jetzt hofft die 32-Jährige auf einen neuen Aufschwung, denn den Reparaturbonus gibt es wieder. „Wir reparieren alles außer Autos“, erzählt Wiesmüller, „die passen nämlich nicht ins Geschäft.“ Ein Besuch lohnt sich jedenfalls: Schreinergasse 13.
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