© Eibisch-Zuckerl

Chronik Niederösterreich
11/29/2019

Bitteres Ende für Straßenzeitung „Eibisch-Zuckerl“

Zeitung und Sozialprojekt werden eingestellt – Geld und Verkäufer fehlen. Letzte Sondernummer Anfang Dezember.

von Marlene Penz

Niederösterreichs einzige Straßenzeitung wird eingestellt. Das „Eibisch-Zuckerl“ aus Wiener Neustadt erscheint am 3. Dezember mit einer Sondernummer nach 16 Jahren und 100 Ausgaben das letzte Mal. Die Zeitung, die im südlichen Niederösterreich und im Nordburgenland von Obdachlosen, Asylwerbern und Menschen mit niedrigem Einkommen vertrieben wurde, verkaufte sich zuletzt schlecht. „Wir konnten nur noch schwer Verkäufer finden. Wenn es niemanden gibt, der sie anbietet, kauft sie auch keiner“, erklärt Anton Blaha, Obmann des Vereins „Eibisch-Zuckerl“, der die Zeitung als Beschäftigungsprojekt führt. „Mit den paar, die wir noch haben, geht es einfach nicht mehr“, sagt Blaha und so wurde der Entschluss, die Zeitung einzustellen, „einfach, aber schweren Herzens“ getroffen.

Derzeit gibt es rund 50 Verkäufer, aber nur 25 verkaufen regelmäßig. Von jedem verkauften Exemplar um zwei Euro geht die Hälfte direkt an den Verkäufer – 2016/2017 waren es noch 110 aktive. „Die, die brav verkauft haben, sind größtenteils abgeschoben worden“, bedauert Blaha. Auch Österreicher könnten das „Eibisch-Zuckerl“ verkaufen, aber die meldeten sich nur selten: „Im ländlichen Raum kennt man sich und da spricht sich bald herum, dass man Geld braucht“, sagt der Obmann.

Auflagenrückgang

Auch andere Straßenzeitungen kämpfen mit sinkenden Verkaufszahlen, wie etwa der Wiener „Augustin“. „Bei uns ist es genau umgekehrt, wir haben mehr Verkäufer als Abnehmer“, sagt Andreas Hennefeld von der Wiener Straßenzeitung. Täglich würden Personen kommen, die gerne verkaufen würden, aber abgewiesen werden müssen. Die Auflage geht dennoch zurück, vor zehn Jahren waren es noch monatlich 35.000 Stück, heute sind es nur noch rund 17.500.

Obwohl bei allen österreichischen Straßenzeitungen die Zahlen sinken, kam in Kärnten im Mai die „kaz.“ auf den Markt. „Wir wollten etwas tun und nicht nur jammern“, erzählt Christine Grabner vom Gründungsteam. Mit einer Auflage von 10.000 Stück habe man gleich „groß angefangen“. Derzeit werden nicht alle Exemplare verkauft. „Es ist natürlich auch in Kärnten schwierig, weil es eine ländliche Region ist. Aber wir bauen den Verkauf weiter aus. Es geht zwar langsamer als gedacht, aber wir sind zuversichtlich und fest entschlossen weiterzumachen“, sagt Grabner.

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