Aufstand gegen 6-Meter-Straßen in NÖ: Der Protest wächst
Die umstrittene geplante Umwidmung von rund 9.000 Quadratmetern Gartenflächen in Verkehrsflächen in der Badesiedlung Greifenstein-Altenberg in der Gemeinde St. Andrä-Wördern (Bezirk Tulln) sorgt weiter für Widerstand.
Obwohl die Gemeinderatssitzung in St. Andrä-Wördern, bei der das Vorhaben beschlossen werden sollte, kurzfristig verschoben wurde, fand am Dienstagabend eine Kundgebung vor dem Gemeindeamt statt.
Die Verschiebung wurde von ÖVP und SPÖ am Dienstag früh via Facebook bekannt gegeben. Man wolle zunächst Gespräche mit Bürgern und Siedlervereinen führen, betonte Bürgermeisterin Susanna Kittinger (ÖVP). Am Projekt selbst wird jedoch festgehalten.
Laute Kritik
Die Initiative „Nein zur Straßenverbreiterung“ hielt dennoch an der Demonstration fest. Rund 250 Teilnehmer – laut Alexander Klauser, Obmann des Vereins „Nein zur Straßenverbreiterung - Verein zur Erhaltung des Lebensraums in der Badesiedlung Greifenstein-Altenberg“, doppelt so viele wie bei der ersten Kundgebung – versammelten sich, um gegen die geplanten bis zu sechs Meter breiten Straßen in der naturnahen Siedlung am Donau-Altarm zu protestieren.
Die Causa Badesiedlung beschäftigt die Politik weiter.
Vertreter aller fünf lokalen Vereine sprachen sich klar gegen das Vorhaben aus. Kritik kommt sowohl aus der Bevölkerung als auch von fachlicher Seite, insbesondere in rechtlicher und raumplanerischer Hinsicht.
„Mehr als 2.200 Unterschriften konnten wir mit unserer Online-Petition bereits sammeln. Eine persönliche Entgegennahme wurde leider von der Bürgermeisterin sowie SPÖ-Vizebürgermeister Rudolf Hammer abgelehnt.“
Gemeindechefin will Rechtssicherheit
Kittinger verteidigte vor einigen Tagen im KURIER-Gespräch die Pläne für die Badesiedlung. Man wolle Rechtssicherheit schaffen, so die Gemeindepolitikerin.
„Grundstücksgrenzen sollen künftig auch digital eindeutig nachvollziehbar sein. Das ist derzeit aufgrund der tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort oft nicht der Fall.“
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