Abschied von einer prägenden Denkerin in Heiligenkreuz
Die emeritierte Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz im Gespräch mit dem Rektor der Hochschule Heiligenkreuz, Wolfgang Klausnitzer (l.) und Abt Maximilian Heim.
Im Kaisersaal des Stifts Heiligenkreuz im Wienerwald (Bezirk Baden) wurde eine besondere Wissenschaftlerin verabschiedet: Die Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz trat nach 15 Jahren Lehrtätigkeit an der Hochschule Benedikt XVI. in den Ruhestand. Zahlreiche Wegbegleiter, Studierende und Gäste waren zur Festakademie gekommen, um ihr Lebenswerk zu würdigen.
Gerl-Falkovitz gilt als eine der profiliertesten Denkerinnen im deutschsprachigen Raum, wenn es um die Frage geht, wie Vernunft und Glaube, Denken und Überzeugung zusammenwirken können. Genau diesem Spannungsfeld war auch die Festveranstaltung gewidmet.
Die Heiligkeit des Intellekts
Im Grußwort dankte Abt Maximilian Heim, Großkanzler der Hochschule, der Professorin für 15 Jahre Lehrtätigkeit und bezeichnete ihr Denken als Dienst im Sinne der „Heiligkeit des Intellekts“, im wechselseitigen Zusammenspiel von Vernunft und Glauben. Nach einem Vortrag von Rektor Wolfgang Klausnitzer wurde zu einer Kaffeepause unter den Arkaden des Stiftsinnenhofes geladen.
Danach sprach Karl Wallner über die untrennbare Einheit von Schöpfung und Erlösung, Natur und Übernatur und deren aktueller Bedeutung. Es folgte eine prägnante Vorstellung durch Forschungsdekan Pater Wolfgang Buchmüller von Gerl-Falkovitz‘ Beitrag zur Hochschulpublikation.
Vernunft und Gnade
Vor der Mittagspause kamen Kurzvorträge des EUPHRat-Instituts, dem die Professorin seit der Gründung vorstand. Am Nachmittag würdigte Kosmas Thielmann in der Laudatio auf die Jubilarin ihr Lebenswerk als maßgeblichen Beitrag zum erneuerten Gespräch von „Vernunft und Gnade“ im bewegten Fortgang der Denkgeschichte seit der Aufklärung.
In ihrer Abschlussvorlesung, welche denselben Titel wie ihre Antrittsvorlesung im Jahre 2011 trug, „Athen und Jerusalem“ bündelte Gerl-Falkovitz selbst ihre Lehretätigkeit. Sie fasste das Vernehmen der Wahrheit durch die Vernunft (Athen) zusammen mit dem Glaubensgehorsam einer Offenbarungsreligion.
Würdigung des langjährigen Wirkens
Den geistlichen Höhepunkt fand die Festakademie in der Dankesmesse in der Kreuzkirche. Bei einer Agape in der Loggia der Hochschule fand die gelungene Festakademie einen gemütlichen Ausgang.
Organisiert und moderiert wurde sie Trausmuth, gemeinsam mit Nicolaus Buhlmann, der auch die Predigt hielt. Die Hochschule Heiligenkreuz dankte der emeritierten Professorin für ihr langjähriges Wirken, durch "das sie Generationen von Studierenden und Professoren die Weite des Denkens und die Tiefe des Glaubens neu erschlossen" habe.
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