© Getty Images/andresr/iStockphoto

Analyse
12/22/2021

Analyse zeigt: Frauen verdienen rund ein Drittel weniger

Teilzeit-Quote bleibt laut Arbeiterkammer sehr hoch, Ruf nach besserer Kinderbetreuung.

von Johannes Weichhart

Das Bruttomedianeinkommen (mittleres Einkommen, Anm.) der in Niederösterreich unselbstständig Beschäftigten betrug im Vorjahr 2.314 Euro. Im Vergleich zu 2019 ist das zwar ein Plus von 80 Euro, abzüglich der Inflation (1,4 Prozent) und unter Berücksichtigung der Sozialversicherung und Lohnsteuer beträgt der Zuwachs nur noch 46 Euro. Für Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich (AK), sind diese Zahlen ein Alarmsignal.

„Die Auswirkungen der Corona-Krise und steigende Energiepreise belasten die Arbeitnehmer immer stärker. Es muss daher entgegengesteuert werden“, betont Wieser. Vor allem im Niedriglohnbereich sollten die Gehälter angehoben werden, so Wieser.

Einkommensdifferenz

Was die Analyse der AK ebenfalls zeigt: Der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männer ist in Niederösterreich noch immer groß. Während das Medianeinkommen bei den Frauen im Bundesland bei 1.800 Euro lag, betrug es bei Männern 2.638 Euro. Und während sich die Einkommensdifferenz österreichweit verringerte, blieb sie in NÖ mit 38 Prozent gleich.

Die Gründe für diese Werte liegen für Wieser auf der Hand. „Den Unterschied macht unter anderem die Teilzeitquote aus. In Niederösterreich arbeiten fast die Hälfte der Frauen Teilzeit, bei den Männern beträgt sie nur acht Prozent.“ Deshalb, so der AK-Präsident, müsste auch die Kinderbetreuung in Niederösterreich weiter dringend ausgebaut werden.

„Es sind sich ja alle einig, dass man für gleichwertige Arbeit das gleiche Gehalt bekommen soll. Dennoch gibt es diese Unterschiede. Deshalb muss gehandelt werden.“

Spitzenverdiener

Ausgewertet wurde von den Experten rund um Matthias Koderhold auch die Einkommensentwicklung in den Regionen. Das Mostviertel weist dabei das höchste Einkommensniveau auf, es lag um 6,3 Prozent über dem NÖ-Schnitt. Schlusslicht hinter dem Waldviertel war das Weinviertel.

An der Spitze des Bezirksrankings liegt übrigens Amstetten mit einem Medianeinkommen von 2.600 Euro, in der Stadt St. Pölten betrug es 2.438 Euro.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir wĂĽrden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfĂĽr keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und ĂĽberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.