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Chronik Niederösterreich
07/23/2019

Am Anninger ist die Säge im Einsatz: Ärger über gefällte Bäume

Baumrodungen entlang der Anningerforststraße regen im Netz auf. Doch sie haben einen wichtigen Grund.

von Katharina Zach, Matthias Hofer

„Das geht mir so auf die Socken.“ Was Gabriele Ertl aus Guntramsdorf unlängst bei ihrer Anninger-Runde sah, ärgert sie: Dutzende gefällte Bäume säumen die Forststraße zum Anninger-haus. „Jeder Baum hilft uns doch, das Klima zu verbessern“, sagt Ertl zum KURIER.

Auch in den sozialen Medien machte sie ihrem Ärger Luft. Und erntete viel Zustimmung.

Warum geht es den Bäumen im Naturpark Föhrenberge also an den Kragen?

Sicherheit

Laut dem Grundeigentümer, den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf), handelt es sich um notwendige Maßnahmen zur Wegesicherung. Sollte ein herabfallenden Ast einen Waldbesucher verletzen, hafte der Grundeigentümer. Daher müssten kranke oder beschädigte Bäume entfernt werden, heißt es.

Eschensterben

Aktuell seien vor allem Eschen betroffen. Diese werden von einem Pilz befallen, der die Bäume absterben lässt. Von scheinbar gesund aussehenden Eschen können dadurch tote Äste abbrechen oder der Baum als Ganzes umstürzen. Laut den Bundesforsten würden zudem alte und kranke Buchen gefällt.

Gesunde Bäume bleiben

„Gesunde Bäume werden entlang des Weges jedenfalls erhalten“, betont eine Sprecherin. Die Arbeiten, die jeweils nur Montag bis Mittwoch stattfinden, sollen noch diese und voraussichtlich nächste Woche andauern.

Die Fällungen entlang der Forststraße sind jedoch nicht die einzigen, die Mountainbikerin Ertl ärgern. Auch im Bereich des Senders seien in den vergangenen Jahren Bäume gefällt und nicht aufgeforstet worden.

Tatsächlich ergab eine Studie des Umweltbundesamtes, dass Waldbesitzer aus Haftungsgründen entlang von Straßen und Wegen oft viel mehr Bäume fällen, als unbedingt notwendig. Es werden nun gesetzliche Änderungen gefordert.

Verjüngung für den Wald

Damit sollen die aktuellen Fällungen am Anninger aber nichts zu tun haben. Der Wald nahe des Senders gehört der Gemeinde Gaaden. Dort seien alte Bäume gerodet worden, damit sich der Wald auf natürlichem Weg verjüngt, erklärt Ortschef Rainer Schramm. Teilweise seien Flächen wieder aufgeforstet worden, auf anderen soll die "Natur entscheiden" welche heimischen Bäume sich durchsetzen.

Zudem würden mehr Bäume nachwachsen, als gefällt werden. Die Bundesforste betonen ebenfalls, auf ihren Flächen nicht mehr zu „ernten“ als nachkomme.
 

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