Online-Befragung geplant: Wie soll es am Wörthersee weitergehen?
Wie soll es am Wörthersee weiter gehen? Land und Bund starten Beteiligungsprozess.
Zusammenfassung
- Der Wörthersee wurde im aktuellen Seenbericht erstmals nur mit "mäßig" bewertet, was Experten vor Rätsel stellt.
- Das Land Kärnten plant Maßnahmen wie Motorboot-Beschränkungen, Schutzzonen, Eventauflagen und Renaturierung, um die Ökologie zu verbessern.
- Mit dem "Seendialog Wörthersee" startet ein Pilotprojekt zur breiten Beteiligung der Bevölkerung, dessen Ergebnisse ab 2027 umgesetzt werden sollen.
Der aktuellste Kärntner Seenbericht - präsentiert im Sommer 2025 - stellte einer Reihe von beliebten Badegewässern im Bundesland ein schlechtes Zeugnis aus. Bezogen auf ihren ökologischen Zustand rund um Fischfauna oder Uferbeschaffenheit wurde neben dem Pressegger See und dem Längsee auch der größte Kärntner See als "mäßig" eingestuft - der Wörthersee.
Von "gut" auf "mäßig"
Das schlug dann doch hohe Wellen, schnitt der Wörthersee doch bisher stets mit der Bewertung "gut" ab. Was zur Verschlechterung geführt hat, stellte auch Experten vor ein Rätsel, die "Wechselwirkungen seien komplex", hieß es.
Leichter zu beantworten war die Frage, was nun? Die Landespolitiker überlegten schon im Vorjahr Maßnahmen, darunter auch solche, die den Tourismus schmerzen könnten:
- Motorboote: Angedacht werden zeitweise Fahrverbote, zudem soll es keine neuen Lizenzen geben. Am Wörthersee gibt es derzeit rund 800 Bootslizenzen, rund 320 davon für Motorboote.
- Schutzzonen: Angedacht wurden generelle Schutzzonen, in denen keine Boote mehr fahren dürfen. Das soll Schäden durch Wellenschlag reduzieren.
- Veranstaltungen: Es könnten nur noch jene Events am See genehmigt werden, die keine zusätzlichen Schäden in der Ökologie erwarten lassen.
- Renaturierung: Verbaute Uferzonen könnten rückgebaut werden.
- Maße: Der Wörthersee ist 16,5 Kilometer lang und 1,7 Kilometer breit.
- Tiefe: Seine maximale Tiefe liegt bei 82,5 Meter.
- Fläche: Gemessen an den Seen, die ausschließlich in Österreich liegen, ist der Wörthersee mit einer Fläche von rund 19 Quadratkilometern der drittgrößte. Vor ihm rangieren der Attersee mit 46 Quadratkilometern und der Traunsee mit 24 Quadratkilometern.
- Name: Der Name leitet sich von der Ortschaft Maria Wörth ab. Er trug aber auch schon andere Bezeichnungen wie Werdsee oder Klagenfurter See.
- Zugang: Der See an sich gehört den Bundesforsten, das Gewässer steht also im öffentlichen Eigentum. Aber: Der Großteil der Seegrundstücke ist im Privatbesitz, der Zugang zum Ufer damit stark eingeschränkt.
Um das Maßnahmenbüdel breiter aufzustellen, haben Land Kärnten und Umweltministerium vor Kurzem den "Seendialog Wörthersee" gestartet. Bis Ende Februar sind Gespräche den unterschiedlichen Interessensgruppen angesetzt, danach Themenworkshops.
Online-Befragung startet im Sommer
Für das breite Publikum wird es aber ab dem Sommer interessant, es wird eine Online-Befragung geben. Teilnehmen kann jeder Interessierte, vom Anrainer bis zum Urlauber. "Wir wollen alle einbeziehen. Die Menschen, die hier leben, arbeiten oder den See genießen und gemeinsam Lösungen entwickeln", begründet SPÖ-Landesrat Daniel Fellner. "Dabei geht es darum, unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen, Wissen zu teilen und Entscheidungen zu treffen, die langfristig wirken."
Die Ergebnisse sollen im Winter 2026 präsentiert und draus konkrete Projekte für den Wörthersee entwickelt werden. Anfang 2027 soll mit der Umsetzung von Maßnahmen begonnen werden.
"Seendialog" als Pilotprojekt
Eine Beteiligungsprozess über die zukünftige Nutzung und Sicherung eines Badesees ist neu in Österreich, Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) spricht deshalb von einem "Pilotprojekt". Finanziert wird es von Bund und Land gemeinsam.
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