Waldbrand im Lesachtal: Lage entspannt sich etwas

In der Nacht auf Sonntag hat sich der Waldbrand in Kärnten nicht weiter ausgebreitet. Was das Feuer ausgelöst hat, ist nach wie vor unklar.
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Zusammenfassung

  • Waldbrand im Kärntner Lesachtal hat sich über Nacht nicht weiter ausgebreitet, Lage etwas entspannt.
  • 360 Feuerwehrleute und sieben Hubschrauber im Einsatz, ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt.
  • Straßensperre bleibt aufrecht, Politik und Einsatzleitung vor Ort, Brandursache weiterhin unklar.

Der Waldbrand im Kärntner Lesachtal hat sich in der Nacht auf Sonntag nicht weiter ausgebreitet. Die Lage habe sich etwas entspannt, teilte das Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor am vierten Tag des Brandes mit. Die Löschmannschaften wurden auf 360 Feuerwehrleute von 36 Feuerwehren aufgestockt. An Ort und Stelle sind auch 60 Kräfte des Katastrophenhilfsdienstes aus dem Bezirk Spittal an der Drau. Unterstützt wurde der Löscheinsatz von sieben Hubschraubern.

Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) sprach am Sonntag vor Journalisten im Lesachtal vom "größten Waldbrand Kärntens seit Aufzeichnungsbeginn". Die Brandbekämpfung laufe höchst professionell ab und die Bilder, die man sieht, würden Grund zur Hoffnung geben, dass man die Lage gut im Griff habe: "Bei so einem Ereignis - so schlimm es ist - sieht man aber auch, dass man nicht alleine ist. Die Hilfsbereitschaft ist unglaublich."

Entschädigung für Arbeitgeber

Hilfe komme nicht nur von Katastrophenschutzzügen aus Kärnten - auch aus Wien, der Steiermark, Tirol, Salzburg und Niederösterreich wurden Geräte zur Verfügung gestellt. Nun beginne aber die mühsame Arbeit, so der Katastrophenschutzreferent: "Denn auch wenn man keine Flammen und keinen Rauch mehr sieht, geht es jetzt darum, den Brand unterirdisch zu bekämpfen und Glutnester abzulöschen, im steilen Gelände." Von der öffentlichen Hand gibt es Entschädigungszahlungen, wenn ein Arbeitgeber Feuerwehrleute als Mitarbeiter hat und diese in den Einsatz gehen lässt, und zwar 200 Euro pro Person und pro Tag. "Es wäre eine großartige Geste, sie in den Einsatz zu lassen - denn wir brauchen die Leute hier", so Fellner.

Momentan schaffe man es, mit den Hubschraubern eine Wassermenge von 6.000 Litern innerhalb von fünf Minuten ins Brandgebiet zu transportieren. Das sei auch der Grund, warum man ein Angebot aus Italien, ein Löschflugzeug zur Verfügung zu stellen, nicht in Anspruch genommen habe. Denn das Flächenflugzeug würde 6.000 Liter innerhalb von 30 Minuten abwerfen - und wenn es im Anflug ist, müssten alle Hubschrauber am Boden bleiben, weil ein gleichzeitiger Einsatz ein Sicherheitsrisiko darstellt: "Das war also eine rein rechnerische Entscheidung", erklärte der Landeshauptmann.

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Waldbrand im Lesachtal

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Waldbrand im Lesachtal

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Waldbrand im Lesachtal

Assistenzeinsatz des Bundesheeres in Kärnten ­ Unterstützung bei Waldbrand im Lesachtal

Waldbrand im Lesachtal

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Waldbrand im Lesachtal

Hilfsbereitschaft "übermenschlich und einzigartig"

Bürgermeister Bernhard Knotz (ÖVP) erklärte, der Waldbrand sei existenzbedrohend für Landwirte: "110 Hektar hat die Dimension einer kleinen Eigenjagd." Er dankte den Einsatzorganisationen für die Unterstützung: "Was da geleistet worden ist, ist übermenschlich und einzigartig." Auch die Versorgung von fast 300 Einsatzkräften sei gelungen: Mitten in der Nacht habe er mit dem Nahversorger telefoniert, der sofort begonnen hatte, das in die Wege zu leiten: "Wir schaffen das durch unsere starke Gemeinschaft." Die finanzielle Belastung für die Gemeinde sei enorm, man sei von den öffentlichen Stellen aber noch nie im Stich gelassen worden.

Seit Donnerstag waren 980 Feuerwehrleute im Einsatz, sagte der Hermagorer Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Zimmermann. Von Anfang an sei ein Großaufgebot an Ort und Stelle gewesen, noch in der ersten Nacht wurden die ersten Löschleitungen durch steiles Gelände verlegt und Hubschrauber für den nächsten Tag angefordert. Insgesamt seien 1,41 Millionen Liter Wasser im Waldbrandgebiet verteilt worden. Aber: "Wir wissen, dass es noch nicht vorbei ist, das wird uns noch ein paar Tage lang beschäftigen."

Einsatzleiter zuversichtlich

"Es ist im Kleinen ausgebrochen und plötzlich sind drei, vier Meter hohe Flammen auf die Mannschaft zugekommen", gab Einsatzleiter Gerd Guggenberger eine drastische Schilderung der ersten Einsatzmomente. Steiles Gelände, Finsternis, Wind und Rauch hätten die Situation so herausfordernd gemacht - die Entscheidung, den Einsatz in der Nacht abzubrechen, sei nicht leicht gefallen, die ganze Nacht habe man aber die Brandherde beobachtet. Er hielt aber auch fest: "Ohne die Unterstützung aus der Luft wäre so ein Einsatz nie zu bewältigen gewesen." Guggenberger selbst hatte am Wochenende übrigens sogar die Firmung seiner Tochter wegen des laufenden Einsatzes verpasst. "Was man da erlebt als Einsatzleiter, das ist immer ein Auf und Ab. Wir sind heute am vierten Tag im Einsatz, es war wenig Schlaf dabei, aber es wird tolle Arbeit geleistet. Der Begriff Feuerwehrfamilie ist nicht nur ein Schlagwort."

Man habe es geschafft, den Brandherd einzugrenzen: "Die 110 Hektar werden wir einhalten." Zusätzlich zu den Löscharbeiten aus der Luft greife man am Boden von zwei Seiten zu: "Wir sind zuversichtlich, dass wir im Lauf der Woche Brand aus geben können." Bezirkshauptmann Heinz Pansi sagte, die weitere Präsenz der Hubschrauber sei absolut notwendig, denn ein Aufflammen wäre wieder möglich. "Wir werden nicht mehr die Kapazität von sieben Hubschraubern haben, aber zumindest noch fünf."

Am Samstag waren 280 Feuerwehrleute bis in die Abendstunden im Löscheinsatz gewesen, unterstützt wie am Sonntag von vier Polizeihubschraubern und drei Hubschraubern des Bundesheeres. Nachdem sich der Brand in der Nacht auf Samstag auf 110 Hektar ausgebreitet hatte, gelang es seither, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. "An den Flanken konnte bereits mit der anstrengenden und schweißtreibenden Glutnesterbekämpfung durch Bodenkräfte begonnen werden", berichtete Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Zimmermann am Abend.

Das Bundesheer, das den Löscheinsatz seit Freitag mit Hubschraubern unterstützt, zog am Sonntag eine erste Bilanz. In 45 Flugstunden seien mehr als 616 Tonnen Wasser und Material transportiert worden. Allein die rund 565.000 Liter Löschwasser entsprächen 3.700 vollen Badewannen oder 141 Tanklöschfahrzeugen.

Feuerwehrmann mit verletzter Hand

Ein Feuerwehrmann hatte sich am Samstag an der Hand verletzt. Er wurde nach der Erstversorgung mit der Rettung in das Bezirkskrankenhaus Lienz in Osttirol gebracht, wo er ambulant behandelt wurde. Am Sonntag standen sechs Sanitäter des Roten Kreuzes für Notfälle vor Ort bereit. Die Straße durch das Lesachtal blieb auch am Sonntag zwischen St. Lorenzen und Maria Luggau gesperrt.

Der Waldbrand im Kärntner Lesachtal war am Donnerstag ausgebrochen. Aufgrund der Trockenheit breiteten sich die Flammen zunächst rasch aus. Das Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen zur Brandursache. Was das Feuer ausgelöst hat, war noch völlig unklar.

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