Peter Kaisers Rückzug: Wann der LH-Wechsel in Kärnten erfolgt
Peter Kaiser hat das Amt als Parteichef bereits an Daniel Fellner übergeben
Seit Herbst wurde spekuliert, wann es denn nun so weit sein würde mit dem Landeshauptmannwechsel: Mitte September 2025 wurde nämlich Daniel Fellner mit rund 93 Prozent der Delegiertenstimmen zum neuen SPÖ-Landesparteiobmann in Kärnten gewählt. Er löste damit Peter Kaiser nach 15 Jahren an der Spitze der Roten ab.
Nun dürfte feststehen, wann der 48-Jährige Kaiser auch als Landeshauptmann folgen soll.
Bereits in wenigen Wochen soll es so weit sein: Kaiser - Landeshauptmann seit März 2013 - will sein Amt mitten in der Karwoche zurücklegen, am 31. März. Sein Nachfolger Fellner soll allerdings erst am 2. April in einer Sitzung des Landtages gekürt werden.
Quasi die erste Landeschefin
Für ein paar Stunden hat Kärnten dann erstmals eine Frau an der Spitze, denn Kaisers Stellvertreterin Gaby Schaunig übernimmt offiziell so lange, bis ein neuer Landeschef gewählt ist. Binnen zwei Wochen nach der Wahl im Landtag muss der Neue von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angelobt werden.
Damit übernimmt Fellner rund zwei Jahre vor den nächsten regulären Landtagswahlen annähernd zur Halbzeit, in Kärnten wurde zuletzt im März 2023 gewählt.
Deutliche Verluste für die SPÖ
Die SPÖ blieb damals klar auf dem ersten Platz, wenn auch mit deutlichem Minus; die FPÖ landete wie bereits 2018 vor der ÖVP auf dem zweiten Platz. Grüne und Neos schafften es nicht in den Landtag.
- SPÖ - 38,9 % (minus 9 %); 15 Mandate (-3)
- FPÖ - 24,5 % (plus 1,6 %); 9 Mandate (+/- 0)
- ÖVP - 17 % (plus 1,6 %); 7 Mandate (+ 1)
- Liste Köfer - 10,1 % (plus 4,1 %); 5 Mandate (+ 2)
- Grüne - 3,9 % (plus 0,7 %)
- Neos - 2,6 % (plus 0,5 %)
Eine Koalition mit den Blauen schloss Kaiser aus, die SPÖ arbeitete ohnedies seit 2018 mit der ÖVP zusammen. In der Legislaturperiode davor waren auch die Grünen mit von der Partie.
(K)Ein Kaiser in der Hofburg?
Der Rückzug Kaisers war ein Rückzug auf Raten. Der 67-Jährige hatte bereits vor einiger Zeit deutlich gemacht, bei den Landtagswahlen 2028 nicht mehr kandidieren zu wollen. Seither wird munter darüber spekuliert, ob er bei den nächsten Bundespräsidentenwahlen antreten werde; ein Gerücht, das der Kärntner bisher launig mit dem Rückblick auf Österreichs Geschichte beiseite schob: Er glaube nicht, dass man "einen Kaiser in der Hofburg" sitzen haben wolle.
Der Wechsel mitten in der Legislaturperiode folgt aber dem altbekannten Schema: Fellner soll dadurch Zeit bekommen, sich als LH zu etablieren und mit dem berühmten Landeshauptmann-Bonus in die Wahlen gehen können.
Der Trick funktioniert nicht immer
Das birgt aber keine Erfolgsgarantie, wie in der jüngeren Vergangenheit erst die steirische ÖVP erkennen musste. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer übergab im Juni 2022 die Staffete an Christopher Drexler, rund zwei Jahre vor den nächsten Landtagswahlen im November 2024.
Deren Ausgang ist bekannt, seither hat die Steiermark eine blau-schwarzen Koalition unter Landeshauptmann Mario Kunasek. Bis dahin regierte Schwarz-Rot.
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