Hausdurchsuchungen in Untreue-Verfahren um Kärntner Airport
Staatsanwaltschaft hat im Zuge von Ermittlungen zu Finanzgeschäften rund um den Flughafen Klagenfurt Hausdurchsuchungen durchgeführt.
Im Ermittlungsverfahren wegen Untreue im Zusammenhang mit dem Klagenfurter Flughafen hat die Staatsanwaltschaft bei mehreren Hausdurchsuchungen Anfang Februar eine große Menge an Daten sichergestellt. Markus Kitz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, bestätigte dies am Dienstag auf APA-Anfrage. Der Investigativblog mediapartizan.at hatte zuerst über die Hausdurchsuchungen berichtet.
Die Ermittlungen laufen seit rund einem Jahr, sie wurden durch einen Rechnungshofbericht angestoßen. In diesem hatten die Prüfer von "auffälligen Sachverhalten" bei Geschäftsbeziehungen mit dem Investor zuzurechnenden Gesellschaften berichtet. Der Investor war Franz Peter Orasch und seine Lilihill Gruppe. 2018 war Orasch mit einer Kapitalerhöhung Mehrheitseigentümer des Flughafens geworden, später war er Miteigentümer, bis der Flughafen durch das Ziehen einer Call Option wieder ganz ins Eigentum der öffentlichen Hand kam. Lilihill bekämpft den Rückkauf. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Ermittlungen dürften dauern
Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelt gegen fünf Personen wegen des Verdachts der Untreue. Die Hausdurchsuchungen fanden in Österreich und Deutschland statt, sagte Kitz. Betroffen war unter anderem die Firmenzentrale in Klagenfurt, aber auch private Wohnsitze. Ein Sachverständiger war involviert, nun müssen die Datenmengen gesichtet und ausgewertet werden. Die Menge liege im Bereich von Terabyte, sagte Kitz.
Untersucht werden im Ermittlungsverfahren zahlreiche Geschäftsfälle, bei denen der Verdacht geprüft wird, dass die ehemaligen handelsrechtlichen Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft des Flughafens (KFBG) ihre Befugnis wissentlich missbrauchten und der KFBG einen Schaden von mehr als 300.000 Euro zugefügt haben. Da geht es, wie schon im Bericht des Landesrechnungshofs, beispielsweise um die Kündigung eines Pachtvertrags für eine Betankungsanlage oder die Verpachtung von Grundstücken des Flughafens an eine Lilihill-Gesellschaft ohne die nötigen Gremienbeschlüsse.
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