Wie Social Media die Weintradition vom Csaterberg erzählt
Zusammenfassung
- Generationenwechsel im Weingut Bradl bringt neue Kommunikationswege: Peter im Keller, Sarah auf Social Media.
- Instagram wird als Plattform genutzt, um authentische Einblicke in den Winzeralltag zu geben und neue Zielgruppen zu erreichen.
- Die Content-Produktion ist Familiensache, wobei Humor und echte Momente im Mittelpunkt stehen, während Tradition und Innovation verbunden werden.
Von Johanna Worel
Im Weingut Bradl am Csaterberg in Kohfidisch (Bezirk Oberwart) hält mit der nächsten Generation auch eine neue Art der Kommunikation Einzug. Sarah Bradl und ihr Bruder Peter zeigen online wie offline, wie sich der Weinbau mit einer jungen Generation am Steuer verändert: Peter im Keller, Sarah in den sozialen Medien.
Frühe Übernahme
Der Generationenwechsel im Familienbetrieb kam früher als geplant. Ihr um zehn Jahre älterer Bruder musste das Weingut nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 2019 übernehmen und weiterführen, Sarah unterstützt im Bereich Social Media. Ihr Vater habe den Betrieb über viele Jahre geprägt und weiterentwickelt. Heute führt vor allem Peter diese Arbeit gemeinsam weiter – mit Respekt vor der Tradition, aber auch mit neuen Ideen.
Neue Marketing-Plattform
Mit Instagram als Marketing-Plattform begann sie im Jahr 2021. Als Mitglied der Millennials (Jahrgang 1981 bis 1995; Anm.) ist Bradl zwar nicht mit der Plattform aufgewachsen, hat deren Aufstieg aber miterlebt. „Ich bin selbstverständlich digital unterwegs, aber auch in einem Familienbetrieb aufgewachsen, in dem seit fünf Generationen Wein gemacht wird“, sagt sie und betont das Zusammenspiel von Tradition und Gegenwart.
Auf Instagram gibt Bradl Einblicke in den Alltag einer Winzerfamilie. Entscheidend sei, den Wein greifbar zu machen. Social Media funktioniere vor allem dann, wenn Menschen sehen, wer hinter einem Produkt steht und wie es entsteht. Sobald es um Fachbegriffe oder Bewertungen gehe, würden viele aussteigen, so Bradl.
Mama hinter der Kamera
Die 31-Jährige arbeitet in ihren Kurzvideos bewusst mit Humor. „Wein darf hochwertig sein, aber er muss nicht steif erzählt werden.“ Mittlerweile hat sich die Videoproduktion zu einer kleinen Familienangelegenheit entwickelt. „Unsere Mama ist fixer Bestandteil der Content-Produktion“, erzählt Bradl. Als klassischer „Boomer“ (Jahrgänge 1947 bis 1964; Anm.) sei sie zwar nicht mit Social Media aufgewachsen, unterstütze aber tatkräftig. Geduld brauche es dabei manchmal auf beiden Seiten – etwa wenn es beim Filmen mehrere Versuche braucht.
Viele Ideen entstehen direkt im Alltag im Weingarten oder im Weinkeller. Genau diese echten Momente versucht Bradl einzufangen. Für sie ist Social Media deshalb mehr als nur Werbung. Die Plattform ermögliche es, neue Zielgruppen zu erreichen und gleichzeitig zu zeigen, wie viel Arbeit und Leidenschaft hinter einem Glas Wein steckt.
Der Wein selbst habe sich nicht verändert. Aber die Art, wie darüber gesprochen wird. Tradition bleibe bestehen – nur ihre Bühne werde größer, blickt Bradl in die Zukunft.
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