Was kümmert die Grünen ihr "Geschwätz von gestern"?

PK LAND BURGENLAND "ERSTE REGIERUNGSKLAUSUR": DOSKOZIL/HAIDER-WALLNER
Seit dem Eintritt in die Landesregierung rücken die Grünen immer wieder von früheren Standpunkten ab.

Kurz im Konjunktiv gedacht: Wie hätten die Grünen auf die jüngsten Asbestfunde in vier Steinbrüchen und mehreren Gemeinden im Südburgenland reagiert, wären sie noch Oppositionspartei?

Oder auf die Klage der Umweltschutzorganisation Greenpeace, nach deren Fund von „brüchigen Asbestbrocken“ neben Kindergärten, Familienhäusern und der Oberwarter Klinik nicht zur darauf folgenden Pressekonferenz des Landes zugelassen worden zu sein?

Die grüne Reaktion wäre wohl sehr laut und überaus deutlich gewesen.

Vermutlich hätte die Partei, zu deren DNA Umweltschutz und Kontrolle gehören, einen „Umweltskandal“ geortet und der Regierung „Intransparenz“ oder gar „Vertuschung“ vorgeworfen.

Mindestens.

Grüne Kehrtwende

Die Grünen sind seit ziemlich genau einem Jahr aber nicht mehr oppositionelle Hinterbänkler, sondern erstmals Teil einer burgenländischen Landesregierung. Entsprechend war auch die Reaktion auf den Asbest-Alarm – ganz in der schnöden Wirklichkeitsform: Die vom Land eingerichtete Taskforce solle im Austausch mit dem Bund den rechtlichen Rahmen abklären, ab welcher Belastung gehandelt werden muss, meinte die grüne LH-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner bei der erwähnten Pressekonferenz an der Seite des roten Landeshauptmannes Hans Peter Doskozil.

Über Greenpeace verlor sie überhaupt kein Wort.

Nicht die erste Kehrtwende der Grünen in den vergangenen zwölf Monaten. Schon vor Eintritt in die Regierung wurden frühere Überzeugungen wie Ballast abgeworfen, der rundweg abgelehnte Standort für die Klinik Gols im Natura-2000-Gebiet war plötzlich alternativlos. Detto die jahrelang als „Blackbox“ kritisierte Landesholding.

Statt Umweltschutz und Kontrolle scheint nun der Satz „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“ die grüne DNA zu prägen.

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