"Grausam": Zwei Waldohreulen im Burgenland erschossen
Waldohreule
Zusammenfassung
- Im Bezirk Neusiedl am See wurden Ende November 2025 zwei geschützte Waldohreulen mit Schrot erschossen aufgefunden.
- BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern eine Reform der Jagdaufsicht und strengere Kontrollen gegen Wildtierkriminalität im Burgenland.
- Für die Aufklärung solcher Fälle sind Hinweise aus der Bevölkerung über Hotlines und Meldeplattformen wichtig.
Im Bezirk Neusiedl am See ist es erneut zu einem Fall von Wildtierkriminalität gekommen. Ende November 2025 wurden im Gemeindegebiet St. Andrä am Zicksee zwei geschützte Waldohreulen tot aufgefunden. Röntgenbilder zeigten laut BirdLife Österreich zweifelsfrei, dass die Tiere mit Schrot erschossen wurden.
Am 26. November 2025 war dem WWF Österreich der Fund zweier toter Greifvögel gemeldet worden. Ornithologen von BirdLife Österreich fanden die Waldohreulen am Rand eines Teiches, beide mit Blutspuren im Gefieder. Birdlife veröffentlichte Bilder von den getöteten Vögeln:
„Einer der Waldohreulen wurde offensichtlich in den Kopf geschossen, das Röntgenbild zeigt über 50 Schrotkugeln im Kopfbereich“, sagte Johannes Hohenegger, Experte für Greifvogelschutz bei BirdLife Österreich. Die zweite Eule habe Schrotkörner in Flügel und Bein sowie mehrere Knochenbrüche aufgewiesen.
Wie alle wildlebenden Vogelarten ist die Waldohreule im Burgenland geschützt. Fang und Tötung sind verboten. BirdLife Österreich erstattete daher Anzeige wegen Tierquälerei nach sowie wegen Verstoßes gegen das burgenländische Jagdgesetz.
Bezirk Neusiedl als Wilderei-Hotspot
Der Bezirk Neusiedl am See gilt laut BirdLife seit Jahren als Hotspot der Wildtierkriminalität. Allein 2025 wurden dort unter anderem zwei erschossene Mäusebussarde, mehrere Greifvogelfallen sowie der Einsatz verbotener Lockgeräte bei der Wachteljagd dokumentiert. In den vergangenen Jahren seien auch streng geschützte Arten wie Kaiseradler oder Kornweihe illegal getötet worden, so BirdLife.
BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern in diesem Zusammenhang eine umfassende Evaluierung und Reform der Jagdaufsicht. Insbesondere beim Fallenfang fehle es im Burgenland an klaren gesetzlichen Bestimmungen, zudem greife das Kontrollsystem der Jagd zu kurz. „Eine umfassende Evaluierung und Reform des Jagdaufsichtssystems, das die Einhaltung der jagdrechtlichen Bestimmungen gewährleistet, ist dringend notwendig“, sagte Hohenegger.
Anonyme Plattform soll helfen
Für die Aufklärung solcher Fälle seien Hinweise aus der Bevölkerung entscheidend. Verdächtige Beobachtungen könnten über die BirdCrime-Hotline (+43 660 869 2327), per E-Mail (meldung@wildlifecrime.at) oder über eine anonyme Meldeplattform gemeldet werden.
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