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Chronik Burgenland
08/03/2020

Volksbefragung in Rohr über Straßennamen

Obwohl die Bevölkerung dem Vorschlag bisher ablehnend gegenüber stand, brachte SPÖ den Antrag an. Das Ergebnis ist bindend.

380 Einwohner gibt es in Rohr im Burgenland. Die Gemeinde im Bezirk Güssing hat 205 Häuser, wie Bürgermeister Gernot Kremsner (Liste Rohr) erklärt.

Briefträger und Paketdienste können da schon einmal leicht ins Verzweifeln kommen, wenn sie hier das erste Mal etwas ausliefern müssen. Denn auf den ersten Blick sind die Hausnummern ohne Ordnung oder Logik vergeben. „Die letzten 30 Häuser, die gebaut wurden, sind über die ganze Gemeinde verstreut und die Hausnummern wurden nach der Reihenfolge der Fertigstellung vergeben“, sagt der Ortschef.

Ordnung ins Chaos?

Deshalb hat die SPÖ einen Antrag für eine Volksbefragung eingebracht, um darüber abzustimmen, ob es nicht doch besser wäre, Straßenbezeichnungen und neue Hausnummern zu vergeben, um Ordnung ins Adressen-Chaos zu bringen. „Wir wollen modern sein und auch ein Stück 21. Jahrhundert in unsere Gemeinde bringen“, sagt Kevin Friedl, SPÖ-Gemeindevorstand in Rohr. Viele der Häuser seien noch nicht einmal in diversen Routenplanern verzeichnet und deshalb kaum zu finden. Das war der Grund für die SPÖ, im Gemeinderat einen Antrag auf Volksbefragung einzubringen.

Und dieser Antrag wurde unlängst vom Gemeinderat angenommen. Einstimmig übrigens. Am 11. Oktober des heurigen Jahres werden die Bewohner entscheiden können, ob Straßenbezeichnungen eingeführt werden oder nicht. Das Ergebnis soll für die Gemeinde jedenfalls bindend sein.

Diskussionen über Straßenbezeichnungen gibt es in der Gemeinde schon seit einigen Jahren. Laut Bürgermeister Kremsner gab es bereits im Jahr 2017 eine Umfrage mit dem Ergebnis, dass sich „eine Mehrheit von 60 Prozent für die Beibehaltung der Hausnummern entschieden hat“, so der Ortschef im Gespräch mit dem KURIER. Auch bei zwei weiteren Bürgerversammlung waren die Straßenbezeichnungen schon Thema, allerdings mit demselben Ergebnis: einer ablehnenden Mehrheit.

Nicht repräsentativ

„Wir haben die Volksbefragung auch deshalb mitgetragen, um mit dem Thema endlich abschließen zu können“, erklärt Kremsner, warum er dem Antrag von Friedl zugestimmt hat. Warum aber rechnet sich der SPÖ-Politiker Chancen für die Einführung von Straßenbezeichnungen aus, wenn die Vergangenheit anderes lehrt? Die vorherigen Befragungen seien „nicht repräsentativ“, weil es sich um Sammelbefragungen gehandelt habe. Im Rahmen einer Volksbefragung erwartet sich Friedl eine Mehrheit für den SPÖ-Vorschlag

Fix ist jedenfalls, dass das Ergebnis der Volksbefragung für die Gemeinde bindend sein wird. Findet der Vorschlag Zustimmung, wird ein Konzept ausgearbeitet. „Und wir müssten dann natürlich auch eine eigene Postleitzahl beantragen. Das kann dauern“, gibt Kremsner zu bedenken. Denn derzeit habe man mit 7551 dieselbe wie Stegersbach. Entscheiden müssen diese Frage die Wahlberechtigten am 11. Oktober statt.

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