Verunreinigtes Trinkwasser: Gemeinde sucht Ursache
Leitungswasser schmeckt in jeder Gemeinde anders, weil es unterschiedlich mineralisiert ist.
Von Gernot Heigl
In Ortsteilen der Gemeinde Wiesfleck im Südburgenland sind bei Untersuchungen Glyphosat und Pestizide im Trinkwasser nachgewiesen worden. Betroffen sind die Ortsteile Schreibersdorf, Schönherrn und Weinberg. Laut Gutachten liegen die Werte „über dem Grenzwert“, sagte Bürgermeister Christoph Krutzler (ÖVP).
Die Verunreinigung wurde im Rahmen routinemäßiger Kontrollen festgestellt, die in diesem Gebiet einmal pro Quartal durchgeführt werden. Nach Bekanntwerden wurden die betroffenen Hochbehälter entleert und über die Hauptaufbereitungsanlage in Wiesfleck neu befüllt. „Daher steht der Bevölkerung aktuell sauberes Trinkwasser zur Verfügung“, betonte Krutzler. Die Wasserversorgung der betroffenen Gebiete erfolgt nun über Wiesfleck.
Ursachenforschung
Wie es zu der Verunreinigung gekommen ist, war vorerst noch unklar. Möglich seien Ursachen wie Umwelteinflüsse im Bereich der Quelle oder ein unsachgemäßer Umgang mit Pestiziden im Quellgebiet. Laut Bürgermeister schließen Experten eine Verunreinigung des Grundwassers durch in der Landwirtschaft verwendete Unkrautvernichter nicht aus. Ebenso sei denkbar, dass direkt an der Quelle entsprechende Mittel ausgebracht wurden.
Am Dienstag wurden im Quellbereich neue Proben gezogen, jetzt muss gewartet werden. „Die Ergebnisse erwarten wir in den nächsten ein bis zwei Wochen“, sagte Krutzler. In einem Schreiben der Gemeinde vom 2. März dieses Jahres an die betroffene Bevölkerung wird ersucht, „Auffälligkeiten oder Verdachtsmomente im Bereich des Quellgebietes im Gemeindeamt zu melden“.
„Keine Erkrankungen“
Aufgrund der Abstände zwischen den quartalweisen Routinekontrollen und dem Vorliegen der Analyseergebnisse ist es möglich, dass Menschen über einen Zeitraum von rund drei Monaten das verunreinigte Wasser konsumiert haben. „Bis jetzt sind uns keinerlei Erkrankungen gemeldet worden“, versicherte der Bürgermeister.
Laut Landessanitätsdirektion Burgenland besteht trotz der im Zuge der Routinekontrolle festgestellten Grenzwertüberschreitung dennoch keine akute Gesundheitsgefährdung. Von der Lebensmittelaufsicht des Landes, deren Aufgabe die Überprüfung der Eigenkontrolle nach den Vorgaben der Trinkwasserversorger ist, werde derzeit geprüft, ob die Gemeinde auch in der Vergangenheit ihrer Verpflichtung zur regelmäßigen Eigenkontrolle nachgekommen sei und alle weiter erforderlichen Maßnahmen auch gesetzt werden.GH/PEKO
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