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Chronik Burgenland
06/11/2021

Bezirk Oberpullendorf: Tauziehen um freie Flächen

Ob große Fotovoltaikanlagen, oder neue Wohnhäuser: Nicht nur die Verbauung nimmt zu, auch der Widerstand dagegen wächst.

Grund und Boden sind kostbar, die Verbauung ist in den vergangenen Jahren jedoch stark angestiegen. Laut Baulandbilanz von 2020 werden von 396.180 Hektar Gesamtfläche des Burgenlandes 20.283 Hektar als Siedlungsfläche genützt. Für große Freiland-Fotovoltaikanlagen hat das Land 1.400 Hektar „zoniert“.

Die zunehmende Verbauung auf Acker und Wiese gerät zusehends in die Kritik. Aktuelle Beispiele finden sich derzeit etwa im Mittelburgenland.

Initiative gegen neue Bauplätze

20 neue Bauplätze sollen in Unterpullendorf entstehen. Seit Jahren habe es keine Gemeinde-Bauplätze mehr im Dorf gegeben, etliche Junge seien deshalb abgewandert, sagt Bürgermeisterin Angelika Mileder (ÖVP).

Nun kommt Kritik von den Grünen und von einer privaten Initiative. Sie sehen durch „das Zubetonieren der Gemeindewiese“ unter anderem den Lebensraum zahlreicher Pflanzen und Tiere in Gefahr. Laut einem Gutachten des Naturschutzbundes wachsen auf besagtem Standort der Knöllchen-Steinbrech sowie die Moschusmalve. „Beide stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten“, sagt Johann Vlasich, Sprecher der Initiative. Außerdem, so Vlasich, gebe es im Ort bereits genügend Bauplätze. Hunderte Unterschriften gegen das Projekt wurden gesammelt.

Grundsätzliche Kritik an der „aktuellen Flächenwidmungspraxis“ kommt von den Grünen auf Landesebene. Umwidmungen sollen nur aufgrund aktueller Entwicklungskonzepte genehmigt werden, so das Begehr.

Fotovoltaik-Großanlage in Deutschkreutz

Unmut erregt auch die geplante Fotovoltaik-Großanlage in Deutschkreutz. Eine Fläche von 37 Hektar wurde da vom Land als Eignungszone festgelegt. Der Umweltbericht spreche allerdings eine andere Sprache, heißt es vom Grünen-Landtagsabgeordneten Wolfgang Spitzmüller. Nur etwa 17 Hektar würden bewilligt. Ein Teil der Fläche sei Lebensraum für streng geschützte Vogelarten, wie den Kiebitz.

Dass nicht alle Fotovoltaikanlagen auf den Hausdächern montiert werden könnten, das sei klar, räumt Spitzmüller ein. „Aber in der Klimastrategie ist ausdrücklich erwähnt, dass zuerst bereits versiegelte Flächen genutzt werden, statt kostbaren Ackerboden zu vernichten.

Klimaziele erreichen

Bis 2030 will das Burgenland klimaneutral werden, dafür müsse man eben verstärkt auf Fotovoltaik setzen, sagt LH-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ). Um die Klimaziele zu erreichen, sei der Ausbau auf Freiflächen erforderlich. „Das bestätigt uns auch eine Studie der Austrian Energy Agency.“ „Ein Zubetonieren der Landschaft mit Fotovoltaikanlagen“ werde es nicht geben, versichert Eisenkopf.

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