Chef mit 25: Vom Schicksalsschlag zur eigenen Firma
Lukas Thaller lässt auch Laien mit seinem Bagger fahren.
Von Gernot Heigl
Mit Auszeichnung beendete Lukas Thaller nicht nur die Tiefbau-Berufsschule, sondern auch die Lehrabschlussprüfung. Die Vorfreude auf die Ausbildung zum Polier wurde dem 25-Jährigen vor fünf Jahren durch einen Schicksalsschlag genommen. Sein Vater starb im Alter von 51 Jahren an einer Hirnblutung infolge Überbelastung.
Der Vater hinterließ zwei Firmen, die unter den beiden Söhnen aufgeteilt wurden. Während sein Bruder den Kranbetrieb erhielt, übernahm Lukas das Firmengebäude in der Bundesstraße 24 in Burgauberg (Bezirk Güssing) inklusive vier Mietwohnungen.
In seiner Selbstständigkeit kümmerte sich der Jungunternehmer um die südburgenländische Immobilie, arbeitete zudem als Angestellter bei seinem Bruder und bediente Kranautos mit einer Tragkraft von bis zu 40 Tonnen. Da seine Leidenschaft dem Tiefbau gehörte, beendete Thaller Mitte 2025 seinen Kranfahrer-Job und gründete seine eigene Baufirma „V&V Thaller“ (Vermietung & Verleih Thaller GmbH).
„Als Erstes habe ich mir einen Stampfer und mehrere Rüttelplatten gekauft. Ich wollte sehen, ob meine Idee vom Kleingeräteverleih wirtschaftlich ist“, erzählt Lukas Thaller. „Das war ein Risiko, immerhin musste ich einige Zehntausend Euro investieren. Aber ich wollte mir diesen Traum verwirklichen und nicht nur darüber reden.“
Neue Pläne werden geschmiedet
Zug um Zug erweiterte der Jungunternehmer seinen Maschinenpark und kaufte verschiedene Anhänger. „Weil die Auftragslage gut war, habe ich mir Ende 2025 meinen ersten Minibagger mit 1,8 Tonnen angeschafft“, sagt der Südburgenländer. „Ich werde mir vermutlich noch einen zweiten Bagger zulegen, ebenso Dumper und eine Walze“, blickt der 25-Jährige in die Zukunft.
Lukas Thaller mit seinem Bagger
„Weil Tiefbau ein Saisongeschäft ist, verbreitere ich mein Angebot. Ende 2026 kann ich auf meinem Firmengelände elf Mietgaragen anbieten, zusätzlich zu den vorhandenen Lagerflächen“, schildert Thaller. „Natürlich möchte ich meine Firma vergrößern, damit mein Betrieb gut aufgestellt ist. Aber nur so weit, dass ich den Spagat zwischen Job und Familienleben schaffe. Denn ich will Zeit für meine Lebensgefährtin und unsere beiden Kleinkinder haben“, beschreibt Thaller seine Geschäftsziele. „Mich treibt kein Größenwahn an, sondern Bodenständigkeit, damit wir als Familie finanziell versorgt sind und das Auslangen finden.“
Der handwerklich geschickte Südburgenländer, der seine Mietwohnungen bei Leerstand in Eigenregie renoviert, hat inzwischen auch die Berechtigung für Erdarbeiten erlangt. „Somit kann ich nicht nur Baugeräte verleihen, sondern selbst beim Kunden Tiefbauarbeiten durchführen.“ Gartengestaltungen zählen zu seinen bevorzugten Arbeiten.
Auch der Laie kann’s
Wenn er den Minibagger an Kunden übergibt, gibt es eine Einschulung. „Die Handhabung ist auch für Laien kein Problem. Probier´s mal, da hast du den Startschlüssel“, sagte Thaller lächelnd und ließ den KURIER-Redakteur seine ersten Baggerlöcher graben. Die Quintessenz der Eigenerfahrung: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber mit Übung sind kleinere Gartenarbeiten rasch erlernbar.
Vermietet werden die Geräte in Halbtages-, Tages- und Wochenpauschalen. Lukas Thaller: „Ich bin von Montag bis Samstag im Einsatz. Absolut flexibel – und sollte es auf Baustellen Probleme geben, bin ich rasch vor Ort.“ Erreichbar ist der Jungunternehmer unter 0664/1831065.
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