Schlepper baute im Burgenland schweren Unfall: Drei Jahre Haft
Bei dem Unfall im Oktober 2025 gab es elf Verletzte.
Zusammenfassung
- 21-jähriger Schlepper zu drei Jahren Haft verurteilt, nachdem er mit bis zu 200 km/h vor der Polizei floh und in eine Hausmauer krachte.
- Elf Flüchtlinge, darunter zwei Kinder, wurden bei dem Unfall verletzt, zwei davon schwer; das Auto war überladen und die Insassen nicht gesichert.
- Der Angeklagte gestand die Tat, gab Geldnot als Motiv an und hatte keinen Führerschein; das Urteil ist rechtskräftig.
Ein Schlepper ist am Mittwoch am Landesgericht Eisenstadt zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er im Oktober 2025 mit bis zu 200 km/h vor der Polizei geflüchtet war. Im Zuge dessen verlor er die Kontrolle über sein Auto und krachte in Andau (Bezirk Neusiedl am See) in eine Hausmauer. Alle elf Flüchtlinge, die sich im Fahrzeug befanden, wurden dabei verletzt, zwei davon schwer. Das Urteil ist rechtskräftig.
Das schwer beschädigte Auto des Schleppers nach dem Unfall.
Der 21-Jährige bekannte sich vor Gericht zu den Vorwürfen der Schlepperei, der vorsätzlichen Gemeingefährdung, der Körperverletzung und der schweren Körperverletzung schuldig. Er habe Geld gebraucht und deswegen den von einem Freund vermittelten Schlepperauftrag angenommen. Die elf Flüchtlinge habe er in einem Waldstück bei Budapest abgeholt, um sie nach Österreich zu bringen. Einen Führerschein habe er nie gehabt, gestand er.
Mit 170 km/h in Hausmauer gekracht
Noch in Ungarn wurde die Polizei auf das Schlepperfahrzeug aufmerksam und nahm die Verfolgung auf. Über den Grenzübergang Andau raste der pakistanische Staatsbürger nach Österreich, wo er mit 170 km/h in einer Rechtskurve die Kontrolle verlor und in eine Hausmauer krachte. Auch er selbst wurde bei dem Unfall verletzt.
Er habe Angst gehabt und ein zweiter Schlepper im Begleitfahrzeug habe ihn am Telefon immer wieder dazu aufgefordert, nicht stehen zu bleiben, sagte der 21-Jährige vor Gericht. Das Auto war massiv überladen und die Flüchtlinge nicht angegurtet.
Zwei Kinder unter den Verletzten
Drei von ihnen fuhren im Kofferraum mit. Unter den Migranten aus der Türkei und Afghanistan befanden sich auch zwei Mädchen im Alter von sieben und zehn Jahren.
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