Bildungspreis im Burgenland: Claudia Kreiner-Ebinger geehrt
Die Erwachsenenbildnerin Claudia Kreiner-Ebinger aus Eisenstadt ist die Trägerin des diesjährigen Rosa-Jochmann-Preises. Der Preis wurde heuer zum 15. Mal vergeben und würdigt herausragende Leistungen und besonderes Engagement von Frauen in unterschiedlichen Bereichen.
Heuer wurden Frauen ausgezeichnet, die die Bildungslandschaft im Burgenland durch ihr Engagement prägen. Neben dem Hauptpreis wurden – wie im Vorjahr – auch ein zweiter und ein dritter Preis vergeben. Diese gingen an die diplomierte Erwachsenenbildungstrainerin und Jugendcoach Zeynep Ertugrul sowie an die Fachbereichsleiterin für Schulprojekte beim BFI Burgenland, Beate Venus.
Bildungs- und Frauenlandesrätin Daniela Winkler erklärte: „Wenn der diesjährige Rosa-Jochmann-Preis im Bereich Bildung vergeben wird, schließt sich damit ein Kreis zu seiner Namensgeberin. Denn Rosa Jochmann wollte Lehrerin werden, bevor das Schicksal in die Fabrik und den Widerstand führte.“ Bildung sei der Schlüssel zur Freiheit. Besonders im ländlichen Raum brauche es Frauen, die Barrieren abbauen und neue Wege eröffnen.
Mit der Verleihung des Preises an Kreiner-Ebinger werden vier Jahrzehnte Engagement für Chancen, Gerechtigkeit und Zukunftsperspektiven gewürdigt. Sie begann ihre berufliche Laufbahn in der Förderungsstelle für Erwachsenenbildung, wo sie die Abteilung Bildungsberatung und Bildungsinformation aufbaute und erste EU-Projekte übernahm.
Die Namensgeberin des Preises, Rosa Jochmann, wurde 1901 in Simmering geboren. Sie arbeitete zunächst in einer Süßwarenfabrik und kam über die Gewerkschaft mit der Sozialdemokratie in Kontakt. Während des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus wurde sie wegen ihrer politischen Überzeugung verfolgt und inhaftiert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte sie von 1945 bis 1967 dem Nationalrat an und wurde 1959 SPÖ-Frauenvorsitzende. Zudem stand sie dem Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer*innen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen von 1949 bis 1990 vor.
Bei den Burgenländischen Volkshochschulen setzte sie mit dem „Zweiten Bildungsweg“ ein Zeichen dafür, dass Lernen keine Altersgrenze kennt. Später brachte sie ihre Ideen in leitenden Funktionen im Renner Institut sowie in der AK Burgenland ein. Dort baute sie ein landesweites Bildungsprogramm auf und setzte sich für Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. Mit dem „AK-Bildungsnavi“ entstand zudem eine Anlaufstelle für Bildungsinformation.
Zweiter Platz für Zeynep Ertugrul
Der zweite Platz ging an Zeynep Ertugrul aus Neusiedl am See. Als diplomierte Erwachsenenbildungstrainerin und Jugendcoach begleitet sie seit vielen Jahren Jugendliche und junge Erwachsene beim Einstieg ins Berufsleben, insbesondere in der Überbetrieblichen Lehrausbildung und in der Berufsorientierung.
Zehn Jahre lang war sie beim DIALOG Bildungs- und Beratungsinstitut in Neusiedl am See tätig. Derzeit studiert sie Sozialarbeit an der Universität für Weiterbildung in Krems.
Dritter Platz für Beate Venus
Den dritten Platz erhielt Beate Venus, Bildungsmanagerin und Projektmanagerin sowie seit 2019 Fachbereichsleiterin für Schulprojekte beim BFI Burgenland.
Seit 2009 arbeitet sie an arbeitsmarktpolitischen Initiativen wie „FIT – Frauen in Handwerk und Technik“. Zudem koordiniert sie die MINT-Regionen Güssing, Jennersdorf und Oberwart. Mit dem Projekt „MOBITA“ konnten seit 2020 mehr als 7.000 Schülerinnen und Schüler Technik erleben und Berufe kennenlernen.
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