Forchtensteiner Alligatoren: Bonnie & Clyde, ein Pärchen mit Biss
Im Reptilienzoo Forchtenstein findet sich alles, was kreucht und fleucht: Echsen und Kröten aller Art ebenso wie Spinnen und Schlangen. Eine besonders lange Schlange war an den vergangenen beiden Wochenenden außerhalb des Zoogebäudes zu beobachten: die Warteschlage vor dem Eingang.
Hunderte Reptilienfans wollten nach der Winterpause die neuen Stars des Tierhauses sehen: „Bonnie“ ist 25 Jahre alt, „Clyde“ ist 26. Sie wiegt rund 100 Kilogramm, er bringt doppelt so viel auf die Waage. Ganz ausgewachsen sind die Mississippi-Alligatoren damit noch nicht – sie wachsen ihr ganzes Leben lang weiter und können in Gefangenschaft 80 Jahre und älter werden.
Ende Jänner sind „Bonnie und Clyde“ Burgenländer geworden – Zoodirektor Martin Polaschek hat sie persönlich von einem Züchter in den Niederlanden abgeholt. Er hat sich mit der Anschaffung laut eigener Aussage einen Kindheitstraum erfüllt und dafür einiges an Geld in die Hand genommen: Für die beiden Krokodile wurde ein neues Gehege mit Außenbereich gebaut.
Die Wassertemperatur wird den Vorlieben der Tiere entsprechend eingestellt.
Das Wasser im Becken hat „die gleiche Temperatur wie in den Everglades, wo die Tiere ursprünglich herkommen“, erzählt Polaschek dem KURIER: Im Winter 18 bis 23 Grad, im Sommer bis zu 30 Grad.
In dem Becken fühlten sich die zwei Reptilien auf Anhieb wohl. Nur an die neue Fütterungsroutine müssten sich Bonnie und Clyde noch gewöhnen, sagte Tierpflegerin Sabine Weiland am Wochenende zum ORF Burgenland. Einmal pro Woche werden den Allesfressern Ratten, Hühner oder Hasen serviert.
- Der Mississippi-Alligator lebt vorwiegend in Süßwasserhabitaten im Südosten der USA. Er erreicht Längen zwischen drei und sechs Meter, Männchen können über 450 Kilogramm schwer werden. In freier Wildbahn liegt die Lebenserwartung bei 30 bis 60 Jahren.
- Der Reptilienzoo wurde 2009 nahe der Burg Forchtenstein eröffnet. Heute beherbergt er rund 1.000 Tiere.
- Öffnungszeiten: Bis April ist der Zoo samstags, sonntags und an Feiertagen geöffnet, von April bis September täglich (immer 10–17 Uhr).
Der Besucheransturm bei ihrer Premiere im Burgenland habe die Alligatoren jedenfalls nicht gestört. Da sie aus einer Zucht stammen, seien sie von klein auf an Menschen gewöhnt – und an ein spezielles Geräusch, das sie de facto handzahm werden lässt. Was dem Zoodirektor bei den Neuzugängen in seinem Zoo besonders wichtig war: Dass es sich um blutsfremde Tiere handelt.
Babyplanung
Andere Zoos hätten bereits Interesse an einem Jungen des Forchtensteiner Pärchens bekundet, lässt Polaschek anklingen. Somit steht der Familienplanung von „Bonnie und Clyde“ nichts mehr im Wege – und Alligatorenbabys könnten in den nächsten Jahren für weitere Besucherrekorde in Forchtenstein sorgen.
Steppentierpark Pamhagen: Wir kaufen einen Zoo
Der Steppentierpark Pamhagen ist seit 1975 ein beliebtes Ausflugsziel im Seewinkel.
Auf einer Fläche von 13 Hektar tummeln sich rund 50 Tierarten – viele von ihnen sind in keinem Gehege eingesperrt, sondern bewegen sich frei neben den Parkgästen. Füttern ist – mit dem an der Kassa erhältlichen Futtermix – ausdrücklich erlaubt.
Zu den „Stars“ unter den tierischen Bewohnern zählen Goldschakale, Erdmännchen, Wölfe und Wallabys. Da der Park stark bewaldet ist, gleicht er an heißen Sommertagen außerdem einer kühle Oase am Rande des Seewinkels.
Zu seinem 50. Jubiläum stand der Tierpark 2025 an einem Scheideweg. Von Anfang an stand er im Besitz der Familie Acs – nachdem Johann Acs ohne Nachfolger in Pension ging, stand die Zukunft des Steppentierparks auf der Kippe.
Das Zackelschaf ist ein populärer Bewohner des Parks.
Doch dann kamen die Brüder Andreas und Christian Andert: Als gebürtige Pamhagener kannten sie das Gelände aus Kindheitstagen noch bestens. Beide waren zuvor als Versicherungsbeamte tätig und entschlossen sich, die Freizeiteinrichtung zu übernehmen. Nach einer „Einlernphase“ mit dem Altchef im Jahr 2025 gehört der Park mit seinen 200 Tieren seit 1. Jänner ganz den Brüdern Andert. Saisonstart ist Mitte März.
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