© Roland Pittner

Chronik Burgenland
02/25/2020

Südburgenland: Ohne Investor wird Bahnstrecke abgebaut

Ortschefs und Bahnbesitzer suchen Käufer für Strecke Oberwart-Bad Tatzmannsdorf. Frist läuft am 15. März ab.

von Roland Pittner

1987 wurde der reguläre Personenverkehr auf der Bahnlinie zwischen Oberwart und Oberschützen von den ÖBB eingestellt. Damals übernahm der Bus- und Reisebürounternehmer Franz Schuch die 36 Kilometer lange Bahnlinie von Oberschützen bis nach Rechnitz samt zwölf Bahnhöfen und allen Liegenschaften. Er gründete die Südburgenländische Regionalbahn (SRB) und hielt den Betrieb von Güter- und Personenverkehr vorerst weiter aufrecht.

Museumsbahn

Doch mit der Zeit wurden immer mehr Verbindungen auf der SRB eingestellt. Zuletzt war zwischen Oberwart und Oberschützen nur mehr eine Museumsbahn unterwegs. Auf der Strecke von Oberwart nach Friedberg fahren nur mehr der Güterzüge. Das Teilstück der SRB von Großpetersdorf nach Oberwart haben die Verkehrsbetriebe Burgenland übernommen, da in Rotenturm eine neue Holzverladestelle gebaut wurde. Sie soll demnächst in Betrieb gehen.

Rückbau

Gar kein Betrieb ist beim Streckenabschnitt von Oberwart nach Oberschützen möglich. Hier sind die Schienen verwildert und nicht befahrbar. Die Brücke zum Bahnhof Oberschützen wurde abgebaut und auch die Gleisanlagen rückgebaut. Wird die Sanierung des Abschnitts von Bad Tatzmannsdorf bis Oberwart heuer nicht mehr begonnen, müssen auch diese Gleise abgerissen werden.

Aufruf

Deshalb starten Franz Schuch als Bahnstrecken-Besitzer und die Bürgermeister Hans Unger (Oberschützen), Georg Rosner (Oberwart) und Gert Polster (Bad Tatzmannsdorf) einen Aufruf. Sie suchen „Bahnliebhaber“, die in die Strecke investieren wollen.

„Wir möchten, dass die Liegenschaft nachhaltig für die Bevölkerung und Gäste genutzt wird. Für uns ist das als Bahn nicht möglich, vielleicht findet sich aber jemand mit einem schlüssigen Konzept und dem nötigen finanziellen Hintergrund“, sagt Schuch. Denn die Sanierung der Trasse würde allein rund 2,5 Millionen Euro kosten. Als Kaufpreis wird 200.000 Euro angegeben.

Letzte Chance bis 15. März

Bis 15. März können Interessierte sich melden, es brauche ein Finanzierungskonzept, einen Befähigungsnachweis und ein Sanierungs- und Betriebskonzept. „Wir wissen, dass die Zeit knapp ist, wir möchten aber nichts unversucht lassen, um die Bahn zu erhalten“, sagt Bürgermeister Rosner.

Sollten sich keine Interessenten finden, werden die Gleisanlagen rückgebaut. „Das wäre bedauerlich“, sagt Schuch. Eine Lösung könnte allerdings ein Rad- oder Spazierweg auf der Strecke sein, wenn die Gleise weg sind. Bis April sollen erste Konzepte präsentiert werden.

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