© Claudia Koglbauer

Chronik Burgenland
01/28/2020

Raubüberfall auf Juwelier: Mehrjährige Zusatzstrafen

Vier Männer, die 2017 einen Juwelier überfallen haben sollen, zeigten sich am Landesgericht Eisenstadt teilweise geständig.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Die Sicherheitsvorkehrungen am Landesgericht Eisenstadt sind am Dienstagfrüh verschärft. 

Im Schwurgerichtssaal startet um 9 Uhr der Prozess gegen vier Männer, die 2017 ein Juweliergeschäft in der Eisenstädter Fußgängerzone überfallen haben sollen.

Unter Aufsicht von  bewaffneten und mit Schutzwesten ausgestatteten Beamten werden die Beschuldigten in den Saal gebracht.


Die vier serbischen Staatsbürger im Alter zwischen 24, 35 Jahren wurden zuvor aus Deutschland überstellt. Dort verbüßen sie derzeit wegen eines anderen Überfalles auf einen Juwelier in Recklinghausen mehrjährige Haftstrafen.
In Eisenstadt, so lautet der Vorwurf, sollen die vier Männer am 7. März 2017 den Juwelier Hohensteiner ausgeraubt haben.

 "Haben es mit Profis zu tun"

„Wir haben es hier mit Profis zu tun, daran besteht kein Zweifel. Ihr Ziel war es, sich  mit Raubüberfällen in ganz Europa ihr Leben zu finanzieren“, sagt  Staatsanwalt Christian Petö.


 Der Erstangeklagte, ein 35-jähriger Bauarbeiter aus Belgrad, soll der Kopf der Bande gewesen sein. Er, so der Vorwurf, habe das Juweliergeschäft schon im Februar ausgekundschaftet.

Am Tattag soll der 35-Jährige  die drei Täter zu dem Juwelier geführt haben. Der jüngste der Beschuldigten, Nikola I. – er war damals 21 Jahre – soll zuerst das Geschäft betreten und  sich zunächst als Kunde ausgegeben haben. Auf seinen Wunsch habe ihm die Seniorchefin Uhren in der Auslage gezeigt.

 Als sich die elektrisch gesteuerte Eingangstür öffnete, hätten Nikola I. und seine beiden bereits wartenden, maskierten Komplizen ebenfalls in das Geschäft gedrängt. Dort habe I. dann eine Softgun und einen Pfefferspray gezückt.

Mit den Worten „Down, down“ und einer Geste sich niederzulegen habe der 21-Jährige die Seniorchefin und deren Tochter angeherrscht.In der Zwischenzeit sollen die beiden  anderen Täter mit der Axt die Vitrine mit den hochpreisigen Uhren eingeschlagen haben.

Beute im Wert von 343.000 Euro

In ihre Rucksäcke sollen die Männer  Uhren  im  Wert von 343.000 Euro gestopft haben.
Danach sollen die Täter mit einem zuvor  gestohlenen Audi geflüchtet sein.

 

700 Meter weiter, beim Bahnhof,  wurde der Wagen  später gefunden.

Von zwei der Angeklagten  fanden die Ermittler DNA-Spuren an Gegenständen, die nach dem Raubüberfall sichergestellt worden waren.

Hinweise auf die Täter lieferte zudem auch die Auswertung von Telefonüberwachungen und die Aufnahmen der Überwachungskamera im Geschäft.

Teilweise geständig


Die Angeklagten zeigten sich am Dienstag großteils geständig.

„Ich habe gewusst, dass ein Überfall geplant ist“, erklärte der Erstangeklagte auf Nachfrage der Vorsitzenden des Schöffensenates, Richterin Birgit Falb.

Auch die drei anderen Angeklagten gaben zu, an dem Raub beteiligt gewesen zu sein.
Fragen der Vorsitzenden zum Tathergang bzw. zu den jeweiligen Komplizen wollten die Beschuldigten allerdings partout nicht beantworten.

Zusatz-Freiheitsstrafen

Für die vier Männer, die in Deutschland eine Haftstrafe absitzen, wurde am Dienstag eine Zusatzstrafe verhängt.

Zwei der Beschuldigten fassten zwei Jahre, die anderen beiden vier Jahre Zusatzfreiheitsstrafe aus.

Die Urteile sind  rechtskräftig.
 

 

 

 

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